Ethernet und Fast-Ethernet
Die Entwicklung des
Ethernets
Das erste funktionstüchtige LAN auf Ethernet-Basis wurde unter der Schirmherrschaft
von Robert Metcalfe von der Firma Xerox entwickelt. Es verband auf einer Kabellänge von 1
km 100 Stationen mit einer Übertragungsrate von 2,94 Mbps. Diese aus dem Jahre 1973
stammende Technik wurde durch die Firmen DEC, Intel und Xerox (DIX) zum noch heute weit
verbreitetem DIX-Ethernet weiterentwickelt.
Aufbauend auf die 1979 festgelegte 10 Mbps Technik des DIX-Ethernets verabschiedete das
Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) 1983 den Standard
802.3. Als Weiterentwicklung wurde 1995 mit dem Standard 802.3u das Fast-Ethernet
(s.u.) vorgestellt. Der innerhalb der nächsten zwei Jahre zu erwartende Standard 802.3z (Gigabyte-Ethernet)
wird voraussichtlich das Ende der auf CSMA/CD beruhenden LAN-Technologien markieren.
Die Manchester-Codierung
Die Manchester-Codierung ist die für alle mit 10 Mbps übertragenden
Ethernet-Standards geltende Leitungscodierung. Durch die Darstellung eines einzelnen Bits
durch ein 2Bit-Wort (1B2B)besteht der Leitungscode aus insgesamt 4 Codewörtern. Die
logische Null wird hierbei als 10, die logische 1 als 01 codiert. Die
Codewörter 00 und 11 sind redundant und werden nicht genutzt.

Abbildung: Manchester-Codierung
Unter Verwendung symmetrischer Spannungspegel von -0,85 V und +0,85 V sowie einer
Verdopplung der Signalfrequenz wird neben
- der Gleichstromfreiheit des Signals eine
- einfache senderseitige Taktrückgewinnung
ermöglicht. Aufgrund der enormen Anforderungen, die eine Verdopplung der
Signalfrequenz bei höheren Übertragungsraten an die genutzten Leiter stellen würde, ist
die Manchestercodierung in neueren Standards wie dem Fast-Ethernet nicht mehr vorgesehen.
10 Mbps Ethernet Standards nach IEEE 802.3
Neben dem unhandlichen Yellow Cable wurden weitere Übertragungsmedien für die
Basisbandübertragung mit 10 Mbps durch das IEEE standardisiert:
Der Standard 10Base2 beinhaltet eine Bus-Topologie auf Basis des Koaxialkabels
RG-58u. Dieses Kabel ist wesentlich flexibler in der Handhabung und kostengünstiger als
10Base5. 10Base2 LANs werden daher auch als Cheapernet oder Thinnet
bezeichnet. Aufgrund höherer Dämpfungswerte liegt die erzielbare Länge pro Bussegment
bei 185 m. Die Anzahl der Stationen pro Segment ist auf 30 beschränkt. Zum Anschluss
an
das Übertragungsmedium dienen BNC-Verbinder.
10BaseT sieht eine auf einer Stern-Topologie basierende Verkabelung mit UTP
Kabeln (Unshielded Twisted-Pair) der Kategorien 3,4 und 5 vor. Der Bus ist
hierbei innerhalb des verwendeten Hubs konzentriert. Die Verbindung zwischen Hub
und Station darf 100 Meter nicht überschreiten. Wie bei Twisted Pair üblich, erfolgt die
Verbindung zum Hub bzw. zur Station über RJ45 Stecker.
Neben drei weiteren Standards zur optischen Übertragung 10BaseFL, 10BaseFB,
10BaseFP wurde mit 10Broad36 das Breitband-Ethernet spezifiziert. Abweichend
von allen anderen beruht es auf einer Übertragung im Bandpassbereich
Aufbau eines 10 Mbps Ethernets
Sowohl das DIX-Ethernet als auch IEEE 802.3 beruhten ursprünglich auf einer
Bus-Topologie. Als Übertragungsmedium wurde auf ein ca. 10 mm starkes vierfach
abgeschirmtes Koax-Kabel zurückgegriffen. Als Bezeichnung für dieses Übertragungsmedium
haben sich aufgrund dessen Durchmesser und Farbe die Bezeichnungen Thick Ethernet
und Yellow Cable eingebürgert. Als Teil von IEEE 802.3 ist es unter der
Bezeichnung 10Base5 standardisiert.
In obigem Fall wird demnach eine 10 Mbps Datenrate im Basisband spezifiziert. Die
maximale Länge eine Bussegmentes ist auf 500 m festgelegt. Die Erweiterung des
Busses durch weitere Segmente ist unter der Nutzung von Repeatern möglich. Neben
Bussegmenten können hierbei ebenso Linksegmente Verwendung finden. Im Vergleich
zu Bussegmenten, an welche bis zu 100 Stationen in einem Abstand von minimal 2,5 m
angeschlossen werden können, dienen Linksegmente ausschließlich der Verbindung zwischen
zwei Repeatern. Sie dürfen eine Länge von bis zu 1000 m aufweisen.
Aufgrund der endlichen Signallaufzeiten und dem daran gekoppelte
CSMA/CD Verfahren
dürfen die maximal zulässigen fünf Segmenten zwischen jeweils zwei Stationen höchstens
zwei Linksegmente beinhalten.

Abbildung: Maximale Konfiguration eines 10 Mbps
Ethernets
Koppelungsmechanismen
Die zur Koppelung einzelner LAN-Segmente oder ganzer WANs verwendeten Elemente sind, in
Abhängigkeit von ihrer Wirkungsweise, den Ebenen des OSI-Modells zuzuordnen.
Unterschieden wird zwischen
- Elementen der Bitübertragungsschicht, Repeatern, Regeneratoren und Hubs,
- Elementen der Sicherungsschicht, Bridges und Switches,
- Elementen der Vermittlungsschicht, Router sowie
- Elementen höherer Schichten, Gateways.
Die oftmals unterlassene Differenzierung zwischen Routern und Gateways
beruht auf den gegenüber den Routern erweiterten Fähigkeiten der Gateways. Diese
zeichnen sich durch die Möglichkeit der Protokollwandlung aus. Sie dienen damit anders
als Router, deren Aufgabe die Leitweglenkung innerhalb einer bestimmten
Netzwerk-Architektur (z.B. IP) ist, der Koppelung unterschiedlicher Architekturen wie IP
und IPX
Die im weiteren vorgestellten Instrumente der Netzwerkkoppelung beschränken sich auf
Elemente der Bitübertragungs- und Sicherungsschicht.
Instrumente der Bitübertragungsschicht
Als Elementen der Bitübertragungsschicht ist dem Repeater und dem Regenerator die völlige
Transparenz bzw. Bit-Transparenz gemeinsam. Eingebunden in ein Netzwerk sind
sie für keine der angeschlossenen Stationen sichtbar.
Durch direkte Verstärkung des Signalflusses dient der Repeater der Ausdehnung
der maximalen Kabellänge. Da der gesamte Signalfluss einschließlich eines ggf.
vorhandenen Rauschpegels verstärkt wird, kommt er insbesondere in LANs zum Einsatz, wo
aufgrund der geringen räumlichen Ausdehnung ein hoher Signalrauschabstand erzielbar ist.
Weiterhin ermöglicht der Repeater die physikalische Entkoppelung einzelner Netzsegmente.
Störungen auf einem Segment führen daher nur auf diesem zu einem Ausfall; der Rest des
LANs bleibt funktionstüchtig.

Abbildung: Repeater
Im Gegensatz zum Repeater enthält der Regenerator einen den
Signalfluss bewertenden Entscheider. In Abhängigkeit der Schwellwerte werden die
empfangenen Impulse neu generiert. Unter mehrfachem Einsatz von Regeneratoren können
daher Strecken unbegrenzter Länge überwunden werden. Als Einsatzgebiet des Regenrators
ist demnach das WAN zu nennen.

Abbildung: Regenerator
Anders als Repeater und Regenerator dient der Hub nicht der Koppelung zweier
Netzsegmente sondern übernimmt die Verteilfunktion innerhalb einer Stern-Topologie. Er
bildet in sich einen Bus oder Ring nach. Jeder seiner Ports dient dem Anschluss
einer
Station.

Abbildung: Hub mit konzentriertem Ring bzw. Bus
Bridges
Brücken (Bridges) zählen zu den Instrumenten der Netzwerk-Koppelung auf
Ebene der Sicherungsschicht und werden durch die Norm IEEE 802.1D spezifiziert. Ihre
Hauptaufgaben sind dabei
- die reine Segmentierung eines LANs, d.h alle Segmente nutzen ein identisches
Link-Layer Protokoll, bzw.
- die Koppelung von LANs mit unterschiedlichen MAC-Protokollen (Media Access Control)
der 802.x Protokollfamilie.
Nicht nur die unter Umständen notwendige Ausdehnung eine Ethernet-LANs über seine
maximale Länge von 2,5 Km hinaus (IEEE 802.3) stellt einen Grund zur Segmentierung dar.
Die auf einem Shared-Medium verfügbare Bandbreite steht allen Stationen in gleicher Weise
zur Verfügung. Der Anschluss weiterer Stationen an das LAN, der steigende Einsatz
verteilter Applikationen sowie der damit einhergehende Anstieg von Kollisionen auf dem LAN
verringern den Datendurchsatz aus Sicht der einzelnen Station erheblich. Die Segmentierung
eines solchen LANs auf Basis von Brücken stellt hier eine Möglichkeit dar, die Anzahl
der an ein Segment angeschlossen Stationen und die damit verbundene Anzahl der Kollisionen
zu verringern. Jedes Segment bildet hierbei eine eigene Collison Domane.
Die Aufgabe der Brücke beschränkt sich im Falle der reinen Segmentierung auf ein
Filtern der von ihr empfangene Rahmen anhand ihrer MAC-Adresse hinsichtlich des damit
referenzierten Zielsegmentes. Nur Rahmen, die für Stationen anderer Segmente bestimmt
sind, werden von der Bridge weitergeleitet.

Abbildung: LAN-Segmentierung mit Brücken
Die dabei auftretenden Probleme reduzieren sich auf einen Fall. Soll
z.B. ein Rahmen aus Segment 1 über die erste Brücke (B1) an eine Station in Segment 2
weitergeleitet werden, so kommt es zu einem Timeout, wenn die Brücke den Rahmen aufgrund
einer temporären lokalen Überlastung von Segment 2 nicht weiterleiten kann. Die
Ursprungsstation hat keine Kenntnis über diesen Überlastzustand. Den aufgetretenen
Timeout kann sie aus diesem Grund nur als Unerreichbarkeit der Zielstation deuten.
Kommen in den verschiedenen Segmenten unterschiedliche Link-Layer-Protokolle der IEEE
802.x Protokollfamilie zum Einsatz, so treten weiterreichende Problemen auf:
- Rahmenlänge
Die maximale Rahmenlänge der 802.x Protokolle sind unterschiedlich. Während der
Ethernet-Standard 802.3 die maximale Rahmenlänge auf 1518 Bytes beschränkt, liegt diese
beim Token-Ring bei 8192 Bytes. Da eine Fragmentierung auf dieser Ebene durch die IEEE
nicht vorgesehen ist, müssen beim Übergang von 802.4 nach 802.3 zu große Rahmen
verworfen werden.
Prioritäten
Anders als Token-Ring und Token-Bus kennt Ethernet keine Prioritäten. Sie können durch
die vermittelnde Brücke daher nicht umgesetzt werden.
Bitrate
Den Protokollen der 802.x Protokollfamilie liegen unterschiedliche Bitraten zugrunde. Im
Falle des Bridgings zwischen einem 16 Mbps Token-Ring und einem 10 Mbps Ethernet kann es
daher zu einem Überlauf des Pufferspeichers der Brücke und damit zum Datenverlust
kommen.
Die Koppelung von Netzen mit unterschiedlichen Link-Layer-Protokollen ist daher
einfacher mit Routern auf Ebene der Vermittlungsschicht zu vollziehen.
Unabhängig vom Einsatz der Brücke als Instrument der Segmentierung oder Koppelung
verschiedener Link-Layer-Protokolle, wird gemäß ihren Funktionsweisen zwischen zwei
Arten von Brücken unterschieden. Den
- Transparenten Brücken (Transparent Bridges) sowie den
- Brücken mit Leitwegbestimmung (Source Routing Bridges).
Ihrem Namen entsprechend sind die transparenten Brücken für die Stationen der
einzelnen Segmente nicht sichtbar (protokolltransparent). In das LAN eingebracht
lernt die Brücke selbständig, welche Station über welches Segment zu erreichen ist (backward
learning). Empfängt z.B. die erste Brücke (B1) einen Rahmen aus dem Segment 1,
welcher an 4B adressiert ist, so wird dieser vorerst in alle angeschlossene Segmente (2
und 3) weitergeleitet. Sobald die Brücke das erste mal einen von 4B übertragenen Rahmen
empfangen hat, ist klar, daß 4B über das Segment 3 zu erreichen ist. Soll nun erneut ein
Rahmen aus Segment 1 an 4B übertragen werden, wird dieser nicht mehr an das Segment 2
weitergereicht, sondern nur an Segment 3. Die Segment/Station - Zuordnungen werden in einer
Hashtabelle festgehalten und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.
Ein weiterer Vorteil transparenter Brücken ist die Unterstützung redundanter
Verbindungen. Die damit mögliche Koppelung zweier Segmente über mehrere Verbindungen
führt zu einer verminderten Störanfälligkeit. Der Ausfall einer Verbindung führt zu
keiner Beeinträchtigung der Kommunikation zwischen den Segmenten. Der in IEEE 802.1
spezifizierte und in Transparenten Brücken implementierte Spanning Tree Algorithmus
verhindert dabei im Falle mehrerer intakter Verbindungen die Mehrfachübertragung eines
Rahmens.
Anders als die Transparenten Brücken erfordern die Source Routing Bridges einen hohen
administrativen Aufwand, da einer Station der volle Pfad zu jeder anderen Station eines
beliebigen Segmentes bekannt sein muß. Die gesamte Leitweginformation wird im Header des
zu übertragenen Rahmens festgehalten. Die Verwendung der Brücke ist somit nicht mehr
transparent. Das Einsatzgebiet der Source Routing Bridges ist heute nur noch der
Token-Ring. In Ethernet- und FDDI-LANs hingegen kommen Transparente Brücken zum Einsatz.
Eine LAN-Segmentierung auf Basis von Brücken führt zwar zu einer verbesserten
Ausnutzung der Bandbreite des LANs an sich, jedoch nicht innerhalb der Segmente selbst.
Einen Weg, jeder Station innerhalb eines LANs die volle Bandbreite des
Übertragungsmediums zur Verfügung zu stellen, ermöglicht das im folgenden vorgestellte Switching.
Switches
Wie die Brücken sind auch Switches Koppelungselemente der Sicherungsschicht und
ermöglichen die Segmentierung eines LANs. Durch Kaskadierung mehrerer Switches als Ersatz
für verwendete Hubs ist eine Segmentierung bis hin zur direkten Koppelung einzelner
Stationen über dedizierte Verbindungen möglich. In letzterem Fall steht jeder Station
die volle Bandbreite des Übertragungsmediums zur Verfügung.

Abbildung: Segmentierung mit LAN-Switches
Die Verbindungen zwischen den Einzelnen Ports werden direkt geschaltet. Um mehrerer
Verbindungen zwischen verschiedenen Ports zur selben Zeit gewährleisten zu können,
entspricht die Bandbreite der Backplane, die die Ports intern verbindet,
mindestens der Summe der Bandbreiten aller Ports. Ein 10 Mbps Ethernet-Switch mit acht
Ports verfügt daher über eine minimale Transferrate von 80 Mbps auf der Backplane.
Eine grundsätzliche Unterscheidung von Switches kann anhand der von ihnen geschalteten
Dateneinheiten vorgenommen werden:
- ATM-Switches
Die heutige Hochgeschwindigkeitskommunikation auf Basis von ATM beruht auf dem
ATM-Switching. Die geschalteten Dateneinheiten sind hierbei Rahmen fester Länge, die ATM-Zellen.
LAN-Switches
Die von ihnen geschalteten Dateneinheiten sind die im jeweiligen LAN vorliegenden
Rahmen. Derzeit existieren zwei unterschiedliche Typen von LAN-Switches, die
- Cut-Through Switches sowie die
Switches.
Die Cut-Through Technologie bietet eine gegenüber der Store-And-Forward Technologie
verringerte Verzögerungszeit bei der Übertragung. Eingehende Rahmen werden nur auf ihre
Quell- und Zieladresse hin untersucht. Unmittelbar hiernach wird die notwendige Verbindung
geschaltet. Der Rest des Rahmens wird ohne eine Bewertung durch den Switch weitergeleitet.
Der Switch übernimmt hier nur noch die Funktion eines Repeaters.
Ist der Zielport des Switches bereits durch eine andere Verbindung blockiert, so muß
der gesamte Rahmen bis zur Verfügbarkeit des Ports gepuffert werden. Eine Möglichkeit
zur Reduzierung der durch die Pufferung auftretenden Latenzzeit bietet der zur Cut-Through
Technologie zählende Cell-Backplane-Switch. Er basiert ähnlich dem ATM-Switch
auf einem internen Cell-Switching. Die Segmentierung der Rahmen in Zellen und
spätere Reassemblierung am Zielport unterscheidet ihn jedoch von einem
ATM-Switch. Im
Vergleich zum Cross-Bar-Switch, der auf eine interne Segmentierung der Rahmen in
Zellen verzichtet, ermöglicht der Cell-Backplane-Switch eine Reduzierung der
Verzögerungszeiten in einem hoch ausgelasteten LAN.
Im Gegensatz zum Cut-Through-Switch werden Rahmen durch Store-And-Forward-Switches
erst nach einer Analyse des gesamten Rahmens weitergeleitet. Der Vorteil dieser Methode
liegt in der Selektion defekter Rahmen, welche zur Verminderung der Netzlast vom Switch
direkt verworfen werden. Der Nachteil der hohen Latenzzeit wird hierdurch z.T.
ausgeglichen.
Der Einsatz von Switches ermöglicht eine stufenweise Migration zu modernen
LAN-Technologien. So können in einer ersten Stufe z.B. die Gebäudeverteiler eines
Collapsed Backbone durch Switches ersetzt werden, während als Etagenverteiler weiterhin
Hubs zum Einsatz kommen. Wie Brücken unterstützen Switches zudem unterschiedliche
LAN-Protokolle. Weiterhin können besonders stark ausgelastete Segmente, wie z.B.
Verbindungen zu Fileservern über sogenannte Fat Pipes mehrfach ausgelegt
werden.
Als letzter Gesichtspunkt zum Einsatz von Switches sei die Möglichkeit zur Bildung von
Virtuellen LANs (VLAN) genannt. Ports und/oder einzelne Stationen
(MAC-Adressen) können durch Konfiguration des Switches zu einem VLAN zusammengeschlossen
werden, Tabelle zeigt ein mögliche Gliederung des Beispielnetzes nach Abbildung in
VLANs.
Tabelle: Virtuelle LANs
|
MAC-Adresse (Rechner)
| Port
|
VLAN
|
A1 |
1 |
1 |
A2 |
1 |
C |
3 |
A3 |
1 |
2 |
B1 |
5 |
B2 |
5 |
D |
4 |
A4 |
1 |
3 |
B3 |
5 |
B4 |
5 |
Das Fast-Ethernet
Zur Anpassung des aus dem Jahre 1983 stammenden Standards 802.3 an heutige
Anforderungen lagen dem IEEE bereits 1992 zwei Standardisierungsvorschläge vor:
- IEEE 802.12: 100Base-VG-AnyLan und
- IEEE 802.30: 100Base-X.
Während sich IEEE 802.12 von der Kanalzugriffsmethode
CSMA/CD löst, basierte der
Standardisierungsvorschlag 802.30 weiterhin auf diesem Verfahren. Er wurde 1995 als IEEE
802.3u (100BaseT) veröffentlicht und wird allgemein als Fast-Ethernet
bezeichnet.
Aufbau der Bitübertragungsschicht
Als Grundlage für eine Fast-Ethernet Verkabelung dient ausschließlich eine Stern-Topologie
Neben den von 10BaseT bekannten UTP-Kabeln der Kategorien 3,4 und 5 kommen STP-Kabel sowie
Glasfasern zum Einsatz. Fast-Ethernet spezifiziert daher neben dem MAC-Sublayer drei auf
das jeweilige Übertragungsmedium angepasste 100BaseT4, 100BaseTX sowie 100BaseFX.

Abbildung: Teilschichten des Fast-Ethernet
Diese beinhalten neben einer mediumunabhängigen Konvergenz Teilschicht (Convergence
Sublayer, CS) eine mediumspezifische Teilschicht (Physical Medium-Dependent
Sublayer, PDM), welche über eine einem SAP ähnliche Schnittstelle, das Media
Independent Interface (MII), untereinander kommunizieren

Abbildung: Kommunikation innerhalb der
Bitübertragungsschicht
Das MII kann weiterhin zur Abtrennung der mediumabhängigen Teilschicht in Form eines
Tranceivers genutzt werden. Das IEEE spezifizierte hierzu eine 40 polige Steckverbindung.
Entsprechend den neueren 10 Mbps-Standards 10Base2 oder 10BaseT wird auch beim
Fast-Ethernet i.d.R. zugunsten einer integrierten Lösung auf einen externen
Tranceiver
verzichtet.
Wie schon beim herkömmliche Ethernet wird die maximale Ausdehnung des Netzes, bei der
Stern-Topologie - also die Kabellänge - zwischen zwei Stationen durch das
Kanalzugriffsverfahren CSMA/CD begrenzt. Die Verzehnfachung der Übertragungsrate auf 100
Mbps bedeutet daher automatisch die Reduzierung der maximal zulässigen Kabellänge um den
Faktor 10. Die maximale Kabellänge zwischen zwei Stationen ist daher auf 205 m
festgelegt; der Abstand jeder einzelnen Station zum Hub darf die Hälfte betragen.
100BaseT4
Der Standard 100BaseT4 wurde für den Einsatz von Fast-Ethernet über eine Verkabelung
mit UTP der Kategorien 3,4 und 5 mit jeweils vier Adernpaaren spezifiziert. Die
Berücksichtigung von UTP Kategorie 3 trägt hierbei insbesondere einer ggf. bereits
vorhandenen 10BaseT Verkabelung Rechnung.
Die Limitierung der oberen Grenzfrequenz auf 16 MHz bei UTP der Kategorie 3 macht eine
Leitungscodierung nach Manchester unmöglich. Stattdessen beruht die Übertragung nach
100BaseT4 auf der Aufteilung der Gesamtübertragungsrate auf drei Adernpaare.

Abbildung: Nutzung der Adernpaare
Zur weiteren Reduzierung der auf den Leitern auftretenden höchsten Frequenz kommt ein
ternärer Leitungscode (8B6T) zum Einsatz. Durch die Darstellung von je acht Bit durch
sechs ternäre Symbole wird hierbei eine Reduzierung der Übertragungsfrequenz von 33.33
MHz auf 25 MHZ je Adernpaar erreicht.
Durch die sechsstellige ternäre Darstellung ergibt sich ein Alphabet mit insgesamt
Codewörtern. Da zur
eigentlichen Übertragung nur
notwendig sind, ermöglicht dieser Überhang an Codewörtern eine
Optimierung dieser bzgl.
- Gleichstromfreiheit und
- empfangsseitige Taktrückgewinnung.
Hierzu enthält jedes Codewort mindestens zwei Flankenwechsel. Jedes einzelne ternäre
Symbol innerhalb eines Codewortes repräsentiert dabei einen der Zustände -V,0 oder +V.
Das vierte noch verbliebene Adernpaar dient der Kollision Kontrolle (Collision
Detection).
100BaseT4
Der Standard 100BaseT4 wurde für den Einsatz von Fast-Ethernet über eine Verkabelung
mit UTP der Kategorien 3,4 und 5 mit jeweils vier Adernpaaren spezifiziert. Die
Berücksichtigung von UTP Kategorie 3 trägt hierbei insbesondere einer ggf. bereits
vorhandenen 10BaseT Verkabelung Rechnung.
Die Limitierung der oberen Grenzfrequenz auf 16 MHz bei UTP der Kategorie 3 macht eine
Leitungscodierung nach Manchester unmöglich. Stattdessen beruht die Übertragung nach
100BaseT4 auf der Aufteilung der Gesamtübertragungsrate auf drei Adernpaare.

Abbildung: Nutzung der Adernpaare
Zur weiteren Reduzierung der auf den Leitern auftretenden höchsten Frequenz kommt ein
ternärer Leitungscode (8B6T) zum Einsatz. Durch die Darstellung von je acht Bit durch
sechs ternäre Symbole wird hierbei eine Reduzierung der Übertragungsfrequenz von 33.33
MHz auf 25 MHZ je Adernpaar erreicht.
Durch die sechsstellige ternäre Darstellung ergibt sich ein Alphabet mit insgesamt
Codewörtern. Da zur
eigentlichen Übertragung nur
notwendig sind, ermöglicht dieser Überhang an Codewörtern eine
Optimierung dieser bzgl.
- Gleichstromfreiheit und
- empfangsseitige Taktrückgewinnung.
Hierzu enthält jedes Codewort mindestens zwei Flankenwechsel. Jedes einzelne ternäre
Symbol innerhalb eines Codewortes repräsentiert dabei einen der Zustände -V,0 oder +V.
Das vierte noch verbliebene Adernpaar dient der Kollision Kontrolle (Collision
Detection).
100BaseTX
In 100BaseTX wurde die Übertragung über UTP Kategorie 5 oder STP spezifiziert. Im
Gegensatz zu 100BaseT4 werden aufgrund der höheren oberen Grenzfrequenzen der verwendeten
Leiter jeweils nur zwei Adernpaare genutzt. Um auch hier einen Überhang an Codewörtern
zur Taktrückgewinnung und Gleichstromfreiheit zu erreichen, werden zur Übertragung je 4
Bit in eine 5 Bit Darstellung gemappt (4B5B). Die somit anfallende Datenrate von 125 Mbps
wird über ein Adernpaar übertragen. Das zweite Adernpaar wird auch hier zur
Kollisionserkennung herangezogen bzw. zur Vollduplex-Übertragung genutzt.
100BaseFX
Zur Übertragung gemäß 100BaseFX kommen zwei Mehrmoden-Lichtwellenleiter (62.5/125) zum
Einsatz Die Aufteilung der Fasern sowie die Codierung auf ihnen entsprechen den von
100BaseTX bekannten Spezifikationen. Im Vollduplexbetrieb ist zudem eine Erweiterung der
maximale Faserlänge auf 2000 m zulässig.
Vollduplex
Statt eines einfachen Hubs sind sowohl 100BaseTX als auch 100BaseFX für die Koppelung
über einen Switch vorgesehen. Dieser ermöglicht dedizierte Verbindungen
zwischen je zwei Rechnern. Hierdurch wird die Kollisionskontrolle verzichtbar. Das zweite
Adernpaar kann daher zum uneingeschränkten Vollduplex-Betrieb genutzt werden.

Abbildung: Vollduplex-Kommunikation mit Switch
100VG-AnyLan
Anders als Fast-Ethernet verzichtet IEEE 803.12 gänzlich auf das
Kanalzugriffsverfahren CSMA/CD. Stattdessen wurde das Verfahren Repeater Medium Access
Control (RMAC) für den Zugriff der Stationen auf den Kanal standardisiert. Der
zentrale Knoten, der Hub, wird dadurch zum aktiven Element der Sicherungsschicht.
Auf Ebene der Bitübertragungsschicht ist die
Verwandtschaft zum Fast-Ethernet hingegen
unübersehbar. Die Übertragungsmedien des Fast-Ethernets wurden gänzlich übernommen.
Durch den Verzicht auf CSMA/CD können bei einer UTP-Verkabelung alle vier Adern zur
Datenübertragung genutzt werden. Die Darstellung von je 5 Bit als 6 Bit Wort auf dem
Kanal erhöht die Brutto-Übertragungsrate pro Adernpaar auf 30 Mbps, bzw. 120 Mbps bei
Verwendung einer STP- oder Lichtwellenleiter-Verkabelung. |