FDDI

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Fiber distributed data interface (FDDI)


FDDI war 1989 der erste internationale Standard für ein Hochgeschwindigkeitsdatennetz. FDDI ist eine ISO-Norm, vorgeschlagen von ANSI, für einen 100-Mbit/s-Token-Ring. Das FDDI-Protokoll ist eines der wenigen Zugriffsmethoden, die speziell für eine hohe Bandbreite und für die Verwendung eines Glasfasersystems entworfen wurden.



    FDDI-Struktur

wpe9.jpg (27625 Byte)

Der FDDI-Ring soll auf einer maximalen Länge von 100 bis 200 km bis zu 1000 Stationen, die jeweils bis zu 2 km auseinanderliegen, bedienen können. Daher kommt er auch als Backbone-Netzwerk in Frage. Aus Zuverlässigkeitsgründen werden in der Hauptsache Glasfaser-Doppelleitungen mit Multimodefasern verwandt, für die 100/400-, 62,5/125- und 85/125-µm-Fasern vorgeschlagen werden. Die Wellenlänge ist auf 1300 nm oder 850 nm festgelegt. Auch Monomodefasern werden im Hauptring unterstützt, während für die vom Ring ausgehenden Versorgungsunterbereiche auch verdrillte Leitungen Verwendung finden dürfen.

Zur Überbrückung von Leitungsfehlern sieht FDDI vor, daß das Netzwerk aus zwei Ringen besteht, einem Primär- und einem Sekundär-Ring, die beide in entgegengesetzter Richtung laufen. Der Sekundärring wird in der Regel als reiner Backup-Ring betrieben. ANSI schließt jedoch eine Verwendung zur Kapazitätssteigerung nicht aus (sog. dual-MAC-option). Die Topologie ist prinzipiell mit dem Token Ring vergleichbar. Es gibt Stationen mit zwei oder vier Anschlüssen für Lichtwellenleiter.

 



    FDDI-Ring mit mehreren Nodes

wpeA.jpg (32176 Byte)

 



Die Stationen mit vier Anschlüssen werden direkt an den Doppel-Glasfaserring angeschlossen (class A), für die Stationen mit zwei Anschlüssen (class B) gibt es einen Konzentrator (class C), der an den Hauptring angeschlossen wird und die Backup-Funktionen in Art eines Ringleitungsverteilers wahrnehmen kann. Class A- und C-Stationen heißen auch double attached station (DAS), class B demgemäß SAS (single attached station).





    An den FDDI-Ring angeschlossene Stationstypen

wpeB.jpg (15182 Byte)



Das FDDI-Zugriffsprotokoll entspricht im wesentlichen dem Token-Ring-Protokoll nach IEEE 802.5. Ein grundsätzlicher Unterschied ergibt sich in der Art und Weise der Erzeugung eines Frei-Tokens durch die sendende Station nach Abschluß einer Sendung. Innerhalb des FDDI gibt eine Station das Frei-Token unmittelbar nach Aussendung des letzten Datenpaketes innerhalb der maximalen Sendedauer auf den Ring.

FDDI kann trotz der hohen Übertragungsgeschwindigkeit nur begrenzt für Echtzeit-Applikationen eingesetzt werden. Im Standardbetrieb treten bei 50 aktiven Stationen Übertragungsverzögerungen von bis zu 200 ms auf, das den maximal tolerierbaren Wert von 10 ms weit übersteigt. Es besteht allerdings im sogenannten Synchronbetrieb die Möglichkeit, bestimmten Stationen eine feste Übertragungsbandbreite zuzuordnen. Die resultierende Übertragungsverzögerung kann dadurch auf 8 ms bis 16 ms reduziert werden.

 

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