Digitale Systeme

Home ] Nach oben ] Inhaltsverzeichnis ]


Monitorservice

Ersatzteile

Elektronik-Forum

Gästebuch

 Webhosting  

Reparaturen

Ersatzteilversand

Für Fachhändler

Ersatzteilbeschaffung  

Ein Vogel

Sonderangebot :    Sonderangebot !      Kältespray 400ml Preis : 4,95 Euro
Im Onlineshop bestellen

Digitale Übertragungssysteme und Fouriertransformation

Digitale Übertragungssysteme

Die Form der Datenübertragung in Rechnernetzen ist seit ihrem Beginn digitaler Natur. Ein Verbund von Rechnern zu einem Netz stellt somit ein digitales Übertragungssystem mit Quellen und Senken dar. Die Abgrenzung der Bitübertragungsschicht von den höheren Schichten des OSI-Referenzmodells läßt sich daher anhand des allgemeinen Modells eines digitalen Übertragungssystems festmachen.


Abbildung: Digitales Übertragungssystem

 

Alle Schichten des OSI-Referenzmodells oberhalb der Bitübertragungsschicht beruhen auf der Verarbeitung logischer Strukturen mit dem Bit als kleinster logischer Einheit. Auf Ebene der Bitübertragungsschicht werden hingegen jedem einzelnen Bit, bzw. Bitfolgen begrenzter Länge, Symbole tex2html_wrap_inline3928 zugeordnet, die einen für die Übertragung günstigen Grundimpuls s(t) in seiner Amplitude und/oder seiner Phase diskret modulieren. Das kontinuierliche Zeitsignal m(t) des Übertragungsmediums setzt sich daher aus einer Folge modulierter Impulse zusammen. Die Grenze zwischen der Sicherungsschicht und der Bitübertragungsschicht ist somit im Übergang vom logischen Bit zum physikalischen Impuls zu ziehen.

Im Gegensatz zu den immer mehr Verbreitung findenden Lichtwellenleitern (LWL), deren Bandbreite mit ca. 10 Terrahertz jenseits des heute technisch genutzten Bereiches liegt, ist die Bandbreite metallischer Leiter stark begrenzt. Sie ist im wesentlichen bestimmt durch die Bereiche konstanter

  • Gruppenlaufzeit und
  • Dämpfung.

Sekundäre Erscheinungen, wie die mit wachsender Frequenz zunehmende Abstrahlung bei ungeschirmten Leitern sowie künstlich in Übertragungsstrecke eingebrachte Bandbegrenzungen durch diskrete Tief- oder Bandpässe, beschränken die nutzbare Bandbreite z.T. sogar auf Bereiche, die weit unterhalb der physikalisch möglichen Bandbreite des Leiters liegen. So markiert z.B. die Festlegung der Bandbreite des analogen Telefonnetzes auf 3000 Hz nicht etwa die physikalische Grenze der Teilnehmer-Anschlussleitung, sondern ist auf die verwendeten Echoentzerrer in den analogen Vermittlungsstellen zurückzuführen.

Es ist daher notwendig, Übertragungsverfahren zu entwerfen, die die zur Verfügung stehende Bandbreite optimal ausnutzen. Die hierzu notwendigen mathematischen Hilfsmittel, die Fourierreihe sowie die Fouriertransformation, sollen im folgenden erläutert werden.

Die komplexe Fourierreihe

Mit der Fourierreihe entwickelte Jean Fourier im 19. Jahrhundert eine Analysemethode periodischer Signale. Hiernach lässt sich jede mit der Periodendauer tex2html_wrap_inline3940 periodische Funktion durch die Superposition unendlich vieler ganzzahliger harmonischer Exponentialschwingungen darstellen:

displaymath3936

Die komplexen Fourierkoeffizienten F(n) stellen die Amplituden der jeweiligen Harmonischen dar. Sie berechnen sich zu:

displaymath3937

Zur Anwendung auf Datensignale ist die Fourierreihe jedoch prinzipiell ungeeignet, da es sich bei ihnen um keine periodischen Funktionen handelt. Der Informationsgehalt rein periodischer Funktionen ist zudem Null. Sie können somit nicht zur Datenübertragung genutzt werden.

Sinnvoller und realisierbar ist dagegen die Berechnung des Spektrums der bei der Übertragung genutzten Impulsfunktion s(t). Das hierzu notwendige Hilfsmittel ist die Fouriertransformation. Sie lässt sich aus der Theorie der Fourierreihenentwicklung ableiten.

Die Fouriertransformation

Die Fouriertransformation dient der Berechnung der Spektren einmaliger Vorgänge, d.h. für Zeitfunktionen deren Periodendauer tex2html_wrap_inline3960 unendlich ist. Ein berechnetes Spektrum stellt dabei die zur Übertragung der nicht periodischen Zeitfunktion notwendige Bandbreite dar.

Der Übergang von der Fourierreihe zur Fouriertransformation wird erreicht, indem statt der Fourierkoeffizienten F(n) die Funktion tex2html_wrap_inline3964 im Grenzübergang zu tex2html_wrap_inline3966, tex2html_wrap_inline3968 und tex2html_wrap_inline3970 betrachtet wird. Damit ergibt sich die Fouriertransformation zu:

displaymath3946

Zur Konvergenz des Fourierintegrals ist es notwendig, daß sich die zu transformierende Zeitfunktion f(t) absolut bzw. quadratisch integrieren lässt. Die Impulsfunktion muß daher für tex2html_wrap_inline3974gegen Null gehen. Für die hier nicht weiter betrachtete Fourierrücktransformation gilt unter denselben Voraussetzungen:

displaymath3947

Die Anwendung der Fouriertransformation auf eine Impulsfunktion soll anhand des Rechteckimpulses erörtert werden. Für die Zeitfunktion eines Rechteckimpulses  tex2html_wrap_inline3976gilt:

displaymath3948

Seine Fouriertransformation liefert:

displaymath3949

 

figure217

Abbildung:  Rechteck-Impuls im Zeit- und Frequenzbereich

Das Spektrum des Rechteckimpulses folgt also einer si-Funktion und ist somit, wenn auch mit fallender Amplitude, unendlich ausgedehnt. Unter Berücksichtigung sämtlicher Harmonischer würde daher eine auf Rechteckimpulsen basierende Übertragung ein Medium mit unendlicher Bandbreite erfordern.

Für die Fouriertransformation beliebiger Zeitfunktionen und damit auch für den Rechteckimpuls gilt:

displaymath3950

Eine Stauchung des Impulses im Zeitbereich bedeutet somit immer eine Dehnung des korrespondierenden Spektrums und umgekehrt. Das Produkt aus der Dauer und der Bandbreite des Impulses kann daher nicht beliebig klein werden. Die Extremfälle bilden der tex2html_wrap_inline3982-Impuls und die Exponentialschwingung. Der tex2html_wrap_inline3984-Impuls verfügt über keinerlei zeitliche Ausdehnung. Sein Spektrum berechnet sich zu:

displaymath3951

Es ist für alle eine Konstante

 

figure1448

Abbildung:   Spektrum des tex2html_wrap_inline3992-Impulses

Die Exponentialschwingung tex2html_wrap_inline3994hingegen ist zeitlich unbegrenzt, kann jedoch durch nur eine Spektrallinie im Bildbereich dargestellt werden.

displaymath3952

Weder die Exponentialschwingung noch der tex2html_wrap_inline3996-Impuls sind somit als Grundimpulse für die digitale Datenübertragung geeignet.

Um eine Bandbegrenzung bei der Datenübertragung erreichen zu können, ist es notwendig, auch Impulse mit unbeschränkter zeitlicher Ausdehnung in Betracht zu ziehen. Diese Überlegungen gehen auf Nyquist zurück und sollen in Abschnitt betrachtet werden.

Begriffe der Informationstheorie

Die Informationstheorie beschreibt die Elemente eines Nachrichtenübertragungssystems - Quelle, Kanal, Senke - abstrahiert von ihrer technischen Realisierung in Form von informationstheoretischen Modellen. Aus ihnen lassen sich Obergrenzen für Nachrichtenübertragungssysteme finden, die selbst bei beliebigem technischen Aufwand nicht überschritten werden können.

Zu diesen Obergrenzen zählt z.B. die auf einem Kanal bei vorgegebener Bandbreite H und einer Kanalcodierung mit K Stufen maximal erzielbare Übertragungsrate C. Sie geht auf auf Nyquist zurück und wird daher auch Nyquistrate genannt:

displaymath4090

bzw.

displaymath4091

Hierbei wurde von einem absolut störungsfreien idealen Kanal ausgegangen, welcher in der Realität nicht existiert. Reale Übertragungskanäle können jedoch in den meisten Fällen durch den Gauß-Kanal angenähert werden.

Der Gauß-Kanal wird durch folgende Eigenschaften definiert:

  • er stellt einen idealen Tiefpaß oder Bandpaß der Bandbreite H dar.
  • die einzige zulässige Störung ist das weiße gaußsche Rauschen.
  • die maximale Signalleistung am Kanalausgang ist auf S begrenzt.

Die auf einem Gauß-Kanal der Bandbreite H und dem Signal-Rauschabstand tex2html_wrap_inline4106erzielbare Übertragungsrate wurde 1948 von Shannon mit

displaymath4092

angegeben. Eine Teilnehmer-Anschlussleitung im analogen Telefonnetz besitzt einen typischen Signal-Rauschabstand von ca. 30 dB. Aufgrund der durch die Vermittlungsstellen vorgegebenen Beschränkung der Bandbreite auf 3000 Hz ergibt sich daher eine maximale Übertragungsrate von ca. 30 Kbps. Eine Erhöhung der Datenrate über diesen Wert hinaus ist nur durch eine geeignete Komprimierung der Daten möglich.

Als letztes Modell der Informationstheorie zur Berechnung der maximal erzielbaren Übertragungsrate bei gegebener Bandbreite soll im folgenden der binäre symmetrische Kanal angeführt.

 

figure1605

 

Leitungscodierung

Zur Abbildung eines Bits oder einer Bitsequenz fester Länge durch einen oder auch mehrere Grundimpulse auf dem Übertragungskanal ist eine Abbildungsvorschrift notwendig. Diese Abbildungsvorschrift wird allgemein Leitungscode genannt. Die Gesamtheit M der Elemente eines Codes, die Symbole tex2html_wrap_inline3998 , stellen das Alphabet des Codes dar. Bei dem einfachsten, dem zweistufigen Code (M=2), wird jedes Bit durch ein Symbol abgebildet, z.B. tex2html_wrap_inline4000 und tex2html_wrap_inline4002 . Mehrstufige Codes hingegen ordnen einer Folge von L Bits je ein Symbol zu. Ein Beispiel für einen mehrstufigen Code zeigt die Abbildung. In diesem Fall können pro Impuls auf dem Medium zwei Bit übertragen werden.

 

figure1469

Abbildung: Ein vierstufiger Code

Die Art der Codierung ist insbesondere von der Beschaffenheit der Übertragungsstrecke abhängig. Übertragungsstrecken mit einem hohen Signal-Rauschabstand, wie z.B. Satellitenstrecken, sind für Codierungen mit mehr als vier Symbolen ungeeignet. Da die Amplituden- bzw. Phasenunterschiede, die durch die Symbole hervorgerufen werden, mit der Anzahl letzterer abnehmen, können sie aufgrund des hohen Rauschanteiles unter Umständen empfangsseitig nicht mehr rekonstruiert werden.

Liegt ein günstigeres Signal-Rauschverhalten vor, so kann die pro Impuls übertragene Anzahl von Bits durch die Wahl eines höherstufigen Codes vergrößert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Übertragung von Daten per Modem.

Ist die zur Übertragung eines Datensignales benötigte Bandbreite geringer als die physikalisch nutzbare des Kanals, kann es günstig sein, ein Bit durch eine Folge aus mehreren Impulsen darzustellen. Dadurch kann z.B. die Gleichstromfreiheit des Codes oder eine empfangsseitige Taktrückgewinnung erzielt werden (siehe Manchestercodierung).

Die Nyquistbedingung

Die Nyquistbedingung sowie die aus ihr resultierenden Nyquistimpulse, welche bei der digitalen Datenübertragung zum Einsatz kommen, sollen anhand des Beispiels eines einfachen Übertragungssystems hergeleitet werden. Auf Elemente oberhalb der Bitübertragungsschicht wird, abgesehen von der Nachrichtenquelle, bewußt verzichtet.

 

 

figure1506

Abbildung: Beispiel eines Übertragungssystems

 

Der von der Nachrichtenquelle generierten Bitfolge werden im Mapper die Symbole gemäß des gewählten Leitungscodes zugeordnet. Die zeitkontinuierliche Darstellung der Symbole tex2html_wrap_inline4036 liefert das Zeitsignal

displaymath4026

Es besteht also aus einer Folge gewichteter tex2html_wrap_inline4038-Impulse. Da die Übertragung dieser, wie in Abschnitt gezeigt, weder physikalisch möglich noch sinnvoll ist, wird obige Diracfolge im Sendeimpulsformer (Modulator) in ein physikalisch sinnvolles Senderausgangssignal m(t) umgesetzt. Die Form des Grundimpulses s(t) entspricht daher der Impulsantwort tex2html_wrap_inline4044 des Sendeimpulsformungsfilters.

 

displaymath4027

Unter Zugrundelegung eines störungsfreien, idealisierten Kanals mit der Übertragungsfunktion
   
  tex2html_wrap_inline4046 ergibt sich das Empfangssignal hinter dem Empfängereingangsfilter zu

 

displaymath4028

 

Hierbei stellt die Funktion  tex2html_wrap_inline4048  die Gesamtimpulsantwort des Sendeimpulsformers und des Empfängereingangsfilters dar.

Die Wiedergewinnung der digitalen Information erfolgt durch äquidistante Abtastung der Zeitfunktion y(t) zu den Zeitpunkten nT.

  equation1541

Der nachfolgende Entscheider ordnet jedem Abtastwert tex2html_wrap_inline4054 das Symbol tex2html_wrap_inline4056 aus seinem Alphabet zu, welches den geringsten Abstand zum Abtastwert aufweist. Abschließend erfolgt durch den Unmapper, in Abhängigkeit des Leitungscodes, die Zuordnung zwischen Symbolen und Bitfolgen.

Aus Gleichung folgt, daß die tex2html_wrap_inline4058 nur dann ein getreues Abbild der senderseitigen Folge tex2html_wrap_inline4060 sind, wenn für die Gesamtimpulsantwort gilt:

 

displaymath4029

 

Jeder Impuls darf somit allein zu einem Abtastzeitpunkt eine Amplitude ungleich 0 besitzen. Diese Forderung wird als Nyquistbedingung bezeichnet. Impulse, die diese Bedingung erfüllen, heißen entsprechend Nyquistimpulse. Sie sind dabei nicht auf zeitbegrenzte Funktionen beschränkt, sondern können theoretisch eine unendliche zeitliche Ausdehnung besitzen. Als Beispiel zeigt die Abb. die unendlich ausgedehnte Impulsantwort des ideale Rechtecktiefpasses mit der Grenzfrequenz tex2html_wrap_inline4062 sowie um kT gegeneinander verschobene Abbilder. Wie zu erkennen ist, besitzt zu jedem Abtastzeitpunkt nT jeweils nur ein Impuls eine Amplitude ungleich Null. Bei ungestörtem Kanal ist daher eine garantierte Zuordnung zwischen Abtastwerten tex2html_wrap_inline4068 und Symbolen tex2html_wrap_inline4070 möglich.

 

figure1555

Abbildung: Die si-Funktion als Nyquistimpuls

Der ideale Rechtecktiefpaß stellt bei gegebener Symbolrate tex2html_wrap_inline4072 das Optimum bzgl. der benötigten Bandbreite dar. Aufgrund der unendlichen Ausdehnung seiner Impulsantwort ist er jedoch für reale Systeme nicht geeignet. Die Nyquistbedingung wird jedoch nicht nur vom idealen Rechtecktiefpaß erfüllt, sondern von allen Filtern, deren Betragsspektren eine um tex2html_wrap_inline4074 symmetrische Flanke besitzen. Diese Filter werden als Filter mit Nyquistflanke bezeichnet. Zu ihnen gehören die sogenannten Cosinus-Rolloff-Tiefpässe :

 

figure1566

Abbildung: Cosinus-Rolloff-Tiefpässe

Mit wachsendem Rolloff-Faktor steigt zwar die zur Übertragung notwendige Bandbreite, jedoch wird hiermit gleichzeitig ein schnelles Abklingen der Impulsantwort erreicht, so daß deren Amplitude bereits nach wenigen Perioden gegen Null geht.

Kommen sowohl sende- als auch empfangsseitig Cosinus-Rolloff-Filter zum Einsatz, so hat auch deren Gesamtimpulsantwort g(t) wiederum Cosinus-Rolloff-Charakter. Eine zur digitalen Übertragung geeignete Sendeimpulsform s(t) kann daher durch die Impulsantwort eines Cosinus-Rolloff-Filters beschrieben werden:

 

displaymath4030

 

figure1582

Abbildung: Cosinus-Rolloff-Impulse

Es handelt sich bei s(t) demnach um si-Funktionen, deren Amplituden in Abhängigkeit des Rolloff-Faktors r bedämpft werden. Sie bilden die physikalische Basis eines digitalen Übertragungssystems.

Zurück Weiter


Geschichte ] Grundlagen ] Fehlerkorrektur ] Leitungssicherung ] Lichtwellenleiter ] Op. Übertragung ] Richtfunktechnik ] Satellitenübertragung ] Wellenausbreitung ] Seriell und Parallel ] [ Digitale Systeme ] Wettersatellit ]

Home ] Nach oben ] Inhaltsverzeichnis ]

Sonderangebot :    Sonderangebot !      Schaumreiniger Preis : 3,95 Euro
Im Onlineshop bestellen

 

Unser Tip :

Ersatzteile Bauknecht Whirlpool Ignis




Baldur Brock  Großgartacher Str. 180  74080 Heilbronn
Tel : 07131 920256   Fax : 07131 910915  E-Mail : Baldur Brock

Impressum und AGB


Ersatzteil-Onlineshop Ersatzteilversand     Laugenpumpe Versand

Hier verwendete Produktbezeichnungen, Logos und Abbildungen sind Eigentum des jeweiligen Herstellers oder Besitzers und dienen lediglich zur Identifikation!