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Fehlerschutz

In jedem realen System treten Störungen auf, die unter Umständen so groß sind, daß eine Rekonstruktion des ursprünglichen Signals g(t) nicht mehr möglich ist. Zwei Arten von Störungen sind vor allem zu beachten:

Verzerrungen, die aufgrund der physikalischen und mathematischen Gesetze auftreten, (Bandbreitenbegrenzung, Dämpfung)

Verzerrungen durch die immer vorhandenen Störungen (Störsignale) und die Überlagerung von Rauschen (thermisches und künstliches).

Es müssen daher Vorkehrungen getroffen werden, um beim Auftreten von Fehlern die Verfälschung des Signals möglichst unwahrscheinlich zu machen und um Fehler, die aufgetreten sind, mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit zu entdecken und gegebenenfalls auch Korrekturmaßnahmen einleiten zu können. Dies kann jedoch nur durch die Einbeziehung von Sender und Empfänger geschehen und erfordert entsprechende Schutzmaßnahmen.

Für jedes Fehlerschutzverfahren ist wichtig, wie die tatsächliche Verteilung von Übertragungsfehlern aussieht, d.h. nicht nur die absolute Häufigkeit des Auftretens von Fehlern, die üblicherweise durch die Bitfehlerrate (BER = bit error probability) angegeben wird, sondern auch die statistische Verteilung, d.h. das Auftreten in Gruppen oder einzeln, sind wichtig. Solche Daten sind aber nur durch umfangreiche Messungen zu gewinnen, und häufig werden solche Daten nicht veröffentlicht - aus verschiedenen Gründen. Dies galt in der Vergangenheit für Telefonleitungen und gilt heute für ISDN Leitungen und andere. Relativ viel Material ist über den mobilen Funkkanal und auch über die Kanäle von Nachrichtensatelliten verfügbar. Das Umfeld in dem die Fehlerschutzverfahren arbeiten müssen wird durch Rauschen und Dämpfung des Signals festgelegt.

Fehlererkennung

Das erste und wichtigste Problem ist das der zuverlässigen Erkennung von Fehlern. Nur wenn Fehler mit hoher Wahrscheinlichkeit erkannt werden, können auch geeignete Maßnahmen zur Korrektur des bereits aufgetretenen Fehlers vorgenommen werden. Eine Erkennung von Übertragungsfehlern ist nur dann möglich, wenn diese Nachricht redundant ist, d.h. wenn "überflüssige" Information mitgesendet wurde, die darüber Auskunft gibt, ob eine Verfälschung der Nachricht vorliegt. Ein weit bekanntes Verfahren ist das sog. Paritätsbit, das zur Sicherung von ASCII oder EBCDIC Zeichen verwendet wird. Ohne Redundanz ist eine Erkennung von Fehlern prinzipiell nicht möglich!

Verschiedene Verfahren für die Erkennung von Fehlern existieren; sie unterscheiden sich im wesentlichen nur in der Anzahl der hinzukommenden "Schutzbits" und der Sicherheit, mit der einfache und komplexe Störungen der ursprünglichen Nachricht und der Schutzbits erkannt werden. Eine 100-prozentige Garantie für das Erkennen kann jedoch nie gegeben werden! Sicherheit ist immer relativ: mit Sicherheit kann immer nur das Vorliegen eines Fehlers angegeben werden - andernfalls kann nur mit einer gewissen, durch das Verfahren bestimmten Wahrscheinlichkeit behauptet werden, daß kein Fehler vorliegt.

Zu den einfachsten Verfahren zählt die Einführung von Paritätsbits; hierbei wird jedes zu übertragende Zeichen mit einem Prüfbit versehen, das die Parität, d.h. die Anzahl der 0- bzw. 1-Bits angibt. Bei blockweiser Übertragung kann neben der Quer auch eine sog. Längsparität geprüft werden.

Für jeweils m Nutzbits werden dabei k Schutzbits übertragen, so daß insgesamt n = m + k Bits über die Leitung gehen. Es lässt sich mathematisch zeigen, daß die Paritätsbits keinen hohen Schutz bieten, d.h. daß die Sicherheit, mit der aufgetretene Fehler auch erkannt werden, relativ gering ist im Vergleich zu anderen Verfahren. Hier sind vor allem die sog. zyklischen Redundanzcodes zu erwähnen, die im wesentlichen einer Division durch ein Polynom mit Restwertbildung entsprechen. (cyclical redundancy check = CRC).

Verschiedene solche Polynome wurden entwickelt und eingesetzt; vor allem die von CCITT festgelegten sog. CCITT Polynome spielen eine wichtige Rolle. Obwohl diese Verfahren sehr kompliziert aussehen, d.h eine aufwendige Divisionsoperation von langen Bitketten erfordern, lassen sie sich mit relativ einfachen Mitteln (Schieberegister) in Hardware realisieren. Ein durch ein solches Verfahren geschützter Rahmen zeigt den folgenden Aufbau

Fehlerkorrektur

Bei der Korrektur kann prinzipiell zwischen zwei Methoden unterschieden werden:

•Vorwärts Fehlerkorrektur (FEC), bei der der Empfänger das ursprünglich vom Sender gesendete Signal rekonstruiert,

•Anforderung auf Wiederholung der Übertragung (ARQ = automatic repeat request).

 

 

Für die zuverlässige Datenübertragung reicht es nicht aus, daß Übertragungsfehler festgestellt werden können; man muß sie auch korrigieren können. Für die Fehlerkorrektur sind grundsätzlich zwei verschiedene Methoden bekannt, die Vorwärtsfehlerkorrektur, sowie die aktive und die passive Wiederholung des gesendeten Datenblocks. Die Vorwärtskorrektur hat den Vorteil, daß sie auch auf Simplexkanälen vorgenommen werden kann und daß eine zeitaufwendige Wiederholung vermieden wird. Dafür hat sie den Nachteil, daß immer mit hoher Redundanz gesendet werden muß und nicht nur im Fehlerfall eine Wiederholung stattfindet.

Nimmt man eine feste Rahmenlänge von beispielsweise m Bits an, so kann man die möglichen Bitmuster als Worte bzw. Vektoren in einem Coderaum verstehen. Das folgende Bild zeigt einen Coderaum mit 4 solchen Vektoren. Tritt bei der Übertragung jetzt ein Fehler auf, so wird statt des gesendeten Codewortes ein anderes, ebenfalls gültiges Codewort empfangen, d. h. es ist ein Fehler aufgetreten.

Werden aber k Schutzbits hinzugefügt, so ergibt sich ein größerer Coderaum, bei dem nicht alle Vektoren auch gültigen Codeworten entsprechen. Wird bei der Übertragung jetzt ein gültiges Codewort auf ein falsches abgebildet, so kann der Empfänger eindeutig einen Fehler feststellen.

Wird noch mehr Redundanz eingeführt indem noch mehr Schutzbits mitgeführt werden und dadurch zwischen den einzelnen Codeworten mehrere Schutzworte im Coderaum angeordnet werden, so kann ein geschickter Empfänger unter Umständen eine Korrektur vornehmen. Selbstverständlich kann auch eine solche Korrektur eines Fehlers nur auf statistischen Annahmen beruhen, d. h. es besteht durchaus die Möglichkeit, daß die Korrektur zu einem nicht erkannten Fehler führt. Das Prinzip wird im folgenden Bild angedeutet.

Ein Maß für die Robustheit des Verfahrens stellt die sogenannte "Haming Distanz" dar; bildlich ist dies durch die Anzahl der zwischen den Codeworten liegenden Schutzworte zu sehen. Wie gezeigt, kann auch ein fehlerkorrigierendes Schutzverfahren immer noch zu fehlerhaftem Empfang von Daten Anlass geben. Das Grundproblem aller Schutz- und Sicherungsverfahren ist eben, daß mit absoluter Sicherheit nur Fehler erkannt werden können. Alle anderen Aussagen sind nur mehr oder weniger zuverlässig, je nachdem wie wahrscheinlich das Auftreten von unerkannten Fehlern ist! Aus diesem Grund müssen auch in Rechnernetzen die Protokolle auf den höheren Ebenen weitere Sicherungsmaßnahmen durchführen, z.B. in Form von sogenannten Software Checksums.

Die Vorwärtsfehlerkorrektur ist für die Datenübertragung in terrestrischen Rechnernetzen derzeit von untergeordneter Bedeutung. Sie wird hingegen häufig in den Zentralspeichern von Computersystemen angewendet, sowie bei Übertragung auf Kanälen mit sehr langer Verzögerung (Nachrichtensatelliten) oder mit sehr schlechter Qualität (mobiler Funkkanal), oder auf Kanälen ohne Rückkanal wie sie in der Raumfahrt bei Raumsonden auftreten. Bei den sog. SECDED (single error correction, double error detection). Verfahren, die häufig in Speichersystemen verwendet werden, müssen für 64 Datenbits zusätzlich 8 Redundanzbits (Paritätsbits) vorgesehen werden. Durch eine geeignete Verteilung der Paritätsbits über den zu schützenden Codeblock (inklusive der Schutzbits!) kann sogar eine Korrektur gewisser Fehler vorgenommen werden. Dazu wird, wie auch bei den einfacheren Fehlererkennungsverfahren die Prüfsumme bestimmt. Ist dieser Wert nicht gleich Null, so ist ein Fehler aufgetreten. Der berechnete Wert, das sog. Syndrom, kann dann direkt zur Lokalisierung des fehlerhaften Bits herangezogen werden. Allerdings ist bei all diesen Verfahren zu beachten, daß alle Korrekturen, mit Ausnahme der Aussage "es ist mit Sicherheit ein Fehler aufgetreten" alle nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit getroffen werden können.

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Vielen Dank an   Roland   ww.2cool4u.ch   , der  Texte und Bilder zur Verfügung gestellt hat !


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