Sender
Übertragungsstrecke
Die Übertragungsstrecke für Signale über Lichtwellenleiter
(Glasfaserkabel) besteht aus dem Sender, dem Lichtwellenleiter
und dem Empfänger (Bild.1)
Bild.1

Im Sender wird das elektrische Signal verstärkt und in einem
Analog-Digital-Umsetzer durch Pulsmodulation (siehe auch Kapitel 1.4.2
Grundlagen der Übertragungstechnik) in ein digitales Signal umgewandelt. Die
gebräuchlichsten Modulationsarten ist die Pulscode-Modulation und die Pulsdauermodulation
(Bild.2 & Bild.3)
Bild.2
Bild.3

Strahler
Über einen Strahler, dessen Strahlungsleistung mit dem
modulierten Puls moduliert wird, wird das Signal optisch in den
Lichtwellenleiter eingekoppelt.
Als Strahler werden infrarotstrahlende Lumineszenzdioden
(IRED
beziehungsweise LED) oder Halbleiterlaser verwendet.
LEDs als Sender
In der Kommunikation werden LEDs ebenso wie Laser als Lichtquelle für die Übertragung in
optischen Medien benutzt. Lichtemittierende Dioden verwenden Halbleiterkristalle wie
Gallium-Arsenid (GaAs) um elektrische Signale in Lichtsignale zu wandeln. Sie werden
primär in Verbindung mit Multimodefasern eingesetzt. LEDs gibt es für Wellenlängen von
850 nm und 1300 nm mit typischen Ausgangsleistungen von 1 mW und Koppelverlusten von -17
dB. Die spektrale Fensterbreite beträgt 70 nm und kann mit Modulationsfrequenzen von 100
MHz moduliert werden.
Laser als Sender
Laser werden in der Datenkommunikation als Signalquelle in Verbindung mit Monomode-Fasern
eingesetzt. Sie können Ausgangsleistungen von einigen Milliwatt (5 mW) erzeugen, und
haben gegenüber LEDs wesentlich geringere Koppelverluste von 4 dB. Dadurch kann ein Laser
eine Leistung von einigen Milliwatt (2 mW, LED 20 pW) in die Glasfaser einspeisen. Die
Spektralfrequenzen von Lasern liegen meistens bei 1300 nm und 1550 nm und können mit
Frequenzen von 1 GHz moduliert werden. Die spektrale Strahlungsbreite des generierten
Lichtes hat eine extrem geringe Strahlungsbreite von 1 bis 3 nm.
Man könnte sich das am einfachsten so vorstellen, indem man eine
starke Lampe nimmt und mit dieser in ein Rohr leuchtet, daß mit Glas ausgefüllt ist.
Wenn die Lampe jeweils ausgeknipst wird, sieht man auch am Ende des Rohres kein Licht
mehr. Wird die Lampe wieder angezündet ist dementsprechend auch am Ende des Rohres der
Lichtaustritt wieder sichtbar.
Empfänger
Die optischen Signale werden aus dem Lichtwellenleiter in
einen Detektor eingekoppelt und in elektrische Signale umgesetzt (siehe
Bild.1). Diese digitalen Signale werden im Digital-Analog-Umsetzer in
analoge Signale umgesetzt, demoduliert und verstärkt.
Lichtwellenleiter
In der modernen Datenkommunikation werden
zunehmend Lichtwellenleiter (LWL) für die Informationsübertragung, bei der
Telekommunikation und auch im Bereich der Rechnervernetzung eingesetzt. Der Begriff
Lichtwellenleiter ist in der DIN 47002 und VDE 0888 genormt und besagt, daß es sich um
einen Leiter handelt, in dem moduliertes Licht übertragen wird. Der LWL kann aus
Glasfaser oder Kunststoff bestehen und zeichnet sich u.a. durch seine extrem hohe
Übertragungsrate aus, die bis zu mehreren Milliarden bit/s betragen kann. Des weiteren
sind LWL unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen, weitestgehend
abhörsicher und haben, wenn sie aus Glas bestehen, extrem geringe Dämpfungswerte.
Lichtwellenleiter -
Aufbau
Aufbau eines LWL-Kabels / Faser
Die Faser besteht aus einem Kern (Core), einem Mantel (Cladding) und einer Beschichtung
(Primär Coating). Der lichtführende Kern dient zum Übertragen des Signals. Der Mantel
ist auch lichtführend, hat jedoch eine niedrige Brechzahl. Die Brechzahl, auch
Brechungsindex (Refractive Index) genannt, ist ein Faktor, um den die Lichtgeschwindigkeit
in einem optischen Material kleiner ist als im freien Raum (Vakuum). Der Mantel bewirkt
dadurch eine Totalreflexion und somit eine Führung der Strahlung im
LWL-Kern. Die
Beschichtung ist ein Schutz vor mechanischen Beschädigungen und ist normalerweise
zwischen 150 und 500 µm dick. Zwischen dem Mantel und der Beschichtung befindet sich noch
eine 2 bis 5 µm dicke Lackierung. Die Lackierung dient als Schutz, um die feuchte
Atmosphäre von der Faser fernzuhalten. Der Kern und der Mantel einer LWL-Faser werden
hauptsächlich aus Quarzglas hergestellt. Der Preis für die Herstellung von LWL-Kabeln
ist mittlerweile niedriger als der eines Übertragungsmediums auf der Basis von Kupfer.
Die Beschichtung der Faser besteht aus einem weichen Kunststoff.
Der Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel) besteht also aus folgenden
Grundelementen :
- Dem Kern, auch genannt Core,
- dem Mantel (Cladding) und
- der Beschichtung (Coating)
Der Kern und der Mantel bestehen aus optisch transparentem Material,
zum Beispiel Quarzglas (Bild.4).
Bild.4

Der Kern ist der zentrale Bereich eines Lichtwellenleiters,
der zur Führung des Lichtes dient. Diese Wellenführung im Kern ist nur deshalb möglich,
weil sich die Brechung des Lichtes im Kern und im Mantel unterscheiden. Durch eben diese erhöhte
Kernbrechzahl wird das Licht am Mantel totalreflektiert. Totalreflexion
kann nur beim Übergang eines Lichtstrahls aus einem optisch dichteren Stoff in einen
optisch dünneren Stoff auftreten, nie im umgekehrten Fall.
In einem Lichtwellenleiter wird also der Effekt der Totalreflexion
für die Lichtführung dadurch ausgenutzt, dass man in der Mitte des Leiters ein
Kernglas mit der Brechungszahl n1 und darum ein
Mantelglas mit der Brechzahl n2 hat, wobei n1 ein wenig
größer ist als n2 (Bild.5).
Bild.5
Unter Beschichtung ist die bei der Herstellung
des Lichtwellenleiters im direkten Kontakt mit der Manteloberfläche aufgebrachte Schicht
zu verstehen, die sich für Verbindungszwecke beziehungsweise zum Ein- und Auskoppeln
entfernen lassen muss. Sie kann z.B. aus einer oder mehreren Kunststoffschichten bestehen
uns muss über die ganze Länge gleichmäßig, ohne Unterbrechung oder wesentliche
Dickenänderung, vorhanden sein. Die Beschichtung kann farbig ausgeführt werden und
gegebenenfalls zusätzlich eine Ringkennzeichnung enthalten ; sie hat eine Brechzahl, die
über der des Mantels liegt, dadurch werden unerwünscht in den Mantel eingekoppelte
Lichtwellen in der Beschichtung nach wenigen Metern im Kunststoff absorbiert.
Beispiele von Brechzahlen eines LWL :
- Kern1.48
- Mantel1.46
- Beschichtung1.52
Mechanisch hat die Beschichtung die Aufgabe, den Lichtwellenleiter
vor Äußeren Einflüssen zu schützen, sowie Querkräfte aufzunehmen, die die LWL-Achse
im Mikrobereich verbiegen und dadurch Zusatzdämpfungen herbeiführen
könnten.
Die meisten LWL-Hersteller stellen die eigentliche Faser (inkl.
Primär Coating) nicht her. Diese wird von wenigen Firmen wie z.B. Corning, Siecor oder
BICC zugekauft. Bei der Herstellung der Faser wird der Kern und der Mantel schon mit einer
Beschichtung, dem Primär Coating (erster Schutzmantel), zum Schutz der Faser versehen.
Das Primär Coating reicht als Schutz für die Faser nicht aus. Um die Faser herum
befindet sich deshalb eine weitere Schutzhülle, das Sekundär Coating. Diese Schutzhülle
besteht aus einem oder mehreren gleichen oder unterschiedlichen, festen Kunststoffen. Es
werden dabei vier Grundaufbauten für das LWL-Kabel unterschieden:
- Festader oder auch Vollader
- Kompaktader
- Hohlader gefüllt oder ungefüllt
- Bündelader gefüllt oder ungefüllt
Arten
von Lichtwellenleitern
Im vorigen Kapitel wurde der Aufbau eines Lichtwellenleiters
und die Führung der Strahlen mit dem Prinzip der Totalreflexion nähergebracht.
Außer der Totalreflexion gibt es auch noch das Prinzip der Brechung der Strahlen.
Der Kern des Lichtwellenleiters ist bei diesem Prinzip so
beschaffen, dass in ihm nach außen hin der Brechungsgrad parabelförmig
verhält. Das heißt, die Strahlung innerhalb des Lichtwellenleiters wird bei diesem Typ
durch sich allmählich verändernde Brechungszahl des Kerns abgelenkt. Man nennt diese Art
der Lichtwellenleiterfaser auch Faser mit Gradientenprofil.
Weiter unterscheiden wir generell zwischen Fasern in denen mehrere
Lichtsignale, also Strahlen, übertragen werden können und solchen in denen nur ein
Strahl übertragen wird. LWL in denen die Übertragung von mehreren Strahlen möglich ist
nennt man Multimodefasern, diese in denen nur ein Strahl übertragen wird
nennt man Monomodefasern.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die verschiedenen Arten deutlich
(Tabelle.1). 
Dämpfung der Strahlen
Die optischen Signale werden bei der Übertragung gedämpft.
Die Dämpfung entsteht durch Verunreinigungen und Inhomogenität
(Ungleichmäßigkeit) des Werkstoffs sowie durch Krümmungen der Lichtleitfasern bei der
Verkabelung und durch Schwankung der Abmessungen. Bei Wellenlängen von 800 nm bis 900 nm,
1.1 m m bis 1.3 m m und bei 1.5 m m sind die Dämpfungen am kleinsten.
| Ganz
allgemein ist die Dämpfung die Minderung der übertragenen Energie eines Signals im
Verlauf einer Übertragungsstrecke. Die Dämpfung wird als logarithmisches Verhältnis von
Eingangs- zu Ausgangsleistung in der Einheit Dezibel (dB) angegeben. Bei Leistungen (P1
und P2) definiert man 1 dB = 20 Ig (P1/P2), wobei P1 am Anfang und P2 am Ende der Leitung
gemessen wird. Bei Lichtwellenleitern ist die Dämpfung der Energieverlust des
Lichtstrahls, der beim Durchlaufen der Faser in Form von Streuung und Absorption auftritt.
Sie wird in dB angegeben und meistens auf eine Länge von einem Kilometer (dB/km) bezogen.
Die Dämpfung ist abhängig von der verwendeten Wellenlänge. Günstige Wellenlängen für
Quarzglas liegen bei 850 nm, 1.300 nm und 1.550 nm. Die Dämpfung sollte so niedrig wie
möglich sein, um die Signalverluste bei der Übertragung so gering wie möglich zu
halten. Typische Dämpfungswerte liegen bei ca. 3 dB/km für 850 nm Wellenlänge. Zum
Vergleich haben Koaxialkabel eine Dämpfung von ca. 17 dB/km. |

Bei größeren Übertragungsstrecken sind Zwischenverstärker
erforderlich (Bild.6).
Die optischen Signale werden in elektrische, digitale Signale
umgewandelt und verstärkt. Die Impulse werden geformt und als optische Signale wieder in
den Lichtwellenleiter eingekoppelt.
Bild.6

|
Die typischen Dämpfungswerte der einzelnen LWL-Typen stellt
nachfolgende Tabelle im Überblick dar.
|
LWL-Type
Durchmesser in µm |
Faser |
650 nm |
850 nm |
1.300 nm |
1.550 nm |
Monomodefaser
9...10/125µm
Gradientenfaser
50/125µm
62,5/125µm
85/125µm
100/140µm
Stufenfaser
200/280µm
200/230µm
980/1000µm |
Glas/Glas
Glas/Glas
Glas/Glas
Glas/Glas
Glas/Glas
Glas/Glas
Glas/Kunststoff
plastic fiber
|
12 dB/50m
|
2,60 dB/km
3,20 dB/km
3,50 dB/km
3,50 dB/km
5,00 dB/km
6,00 dB/km
|
0,36 dB/km
0,90 dB/km
0,90 dB/km
1,50 dB/km
|
0,20 dB/km
|
|
| Bei einer
LWL-Verbindung zwischen zwei Punkten sind Dämpfungsverluste die Summe vieler
Einzelursachen. Die wichtigsten Einzelursachen für Dämpfungsverluste
bei einer Verbindung sind:
- die Gesamtlänge der Verbindung
- Fehler in der Glasfaser
- Verunreinigung des Kernglases
- Fehlstellen im Glas wie Luftblasen, Einschlüsse, Mikrorisse, Kratzer und
Inhomogenitäten
- Reflexionen durch Nichteinhaltung von Biegeradien
- die Anzahl von Verbindungen
- Fehler bei Verbindungen
- schlechte Spleiße
- schlecht polierte Oberfläche der Faserenden
- unterschiedliche Kerndurchmesser
- Achsenversatz der Fasern
- Fehlwinkel oder Verkippung der Fasern
- Schmutz
- schlechte Stecker
Gute Spleiß-Verbindungen ( splice ) haben einen Dämpfungsverlust von ca. 0,1
dB. Spleiß-Verbindungen sind dauerhafte Verbindungen, die durch Verschmelzen oder Kleben
erzeugt werden.
Gut aufeinander abgestimmte Steckverbindungen ( connector ) verfügen über
einen Dämpfungsverlust von ca. 0,5 bis 0,8 dB. Steckverbindungen sind leicht lösbare
Verbindungen. |
Mit zunehmender Wellenlänge nimmt der Streuverlust ab.
Verunreinigung, z.B. OH-lonen, die bei der Faserherstellung in die Faser gelangen,
absorbieren das Licht bei verschiedenen Wellenlängen. Bedingt durch die
OH-Absorptionsspitzen gibt es Dämpfungsspitzen (bei ca. 950, 1.200 und 1.400 nm) und
günstige Wellenlängenbereiche, die auch Fenster oder Arbeitswellenlängenbereiche
genannt werden. Folgende Fenster (Wellenlängenbereiche) werden heute zur optischen
leistungs- gebundenen Signalübertragung mittels LWL-Systemen genutzt:
- 1. Fenster = 850 nm
- 2. Fenster = 1.300 nm
- 3. Fenster = 1.550 nm

Dispersion
Unter Dispersion (Pulsverbreitung) versteht man die Verbreitung
eines Lichtimpulses durch Laufzeitunterschiede (Gruppenlaufzeit) der Moden (Eigenwellen),
was eine Begrenzung der Übertragungsbandbreite von LWLs zur Folge hat. Man unterscheidet
die Modendispersion und die chromatische Dispersion, die sich wiederum aus
Materialdispersion und Wellenleiterdispersion zusammensetzt.
Die Modendispersion ist ein Effekt der unterschiedlichen Signallaufzeiten der Moden, was
zu einer Signalverzerrung führt. Die Materialdispersion, auch Manteldispersion
bezeichnet, ist die Wellenlängenabhängigkeit der Brechzahl eines Materials. Die
Wellenleiterdispersion (Waveguide Dispersion) ist gerade bei Singlemode-LWL von Bedeutung
und bezieht sich auf die Wellenlängenabhängigkeit der Lichtverteilung zwischen Kern und
Mantel.
Die nutzbare Übertragungsbandbreite ist umgekehrt proportional zur Dispersion und wird
somit direkt mit ihr ins Verhältnis gesetzt. Die Dispersion wird in einer Zeit- zu
Längeneinheit (ns/km) angegeben und ist der reziproke Wert des
Bandbreitenlängenproduktes.
Beispiel: Dispersion 5ns/km <==> Bandbreite 200 Mhz x km.
Herstellung von Lichtwellenleitern
Allgemeines
Lichtwellenleiter werden üblicherweise in mehreren
Verfahrensschritten hergestellt, um die mechanischen, geometrischen und optischen
Eigenschaften des LWL jeweils gezielt zu optimieren. Außerdem ermöglicht dieses Vorgehen
eine schnelle und wirtschaftliche Massenfertigung, die eine wesentliche Voraussetzung für
die heutige Nachrichtentechnik mit Lichtwellenleitern ist.
Bei fast allen Verfahren wird zunächst eine Vorform
(preform) hergestellt. Dies ist ein Glasstab, der aus Kern- und Mantelglas besteht.
Betrachtet man den Querschnitt einer solchen Vorform, so sieht man eine maßstabsgerechte
Vergrößerung der geometrischen Abmessungen und des Brechzahlprofils vom
LWL, der daraus entstehen soll. Unter starker Erhitzung eines Endes wird die Vorform zum
Lichtwellenleiter ausgezogen, wobei gleichzeitig die Beschichtung (Coating) als
Schutzumhüllung auf den LWL aufgebracht wird.
Kabel
LWL - Kabelkonstruktion
Bisher haben wir von einzelnen Lichtwellenleitern gesprochen.
Von kompletten Konstruktionen, wie sie in der Nachrichtenübermittlung gebraucht werden,
handelt dieses Kapitel.
Die vielfältigen Anwendungen von Lichtwellenleitern in der Nachrichtenkabeltechnik
erfordern verschiedenartigste Kabelaufbauten. In der Konstruktion sind dafür die
entsprechenden Materialien und Abmessungen festgelegt. Ausgehend vom Aufbau der
LWL-Ader,
wird mit der Konstruktion der Kabelseele, dem Mantel und gegebenenfalls der Bewehrung und
Schutzhülle bestimmt, wie diese Beschaffen sein sollen, um für das LWL-Kabel hohe
Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer zu erreichen. Besonderer Wert wird darauf gelegt,
dass die LWL in diesen Kabeln durch Umgebungseinflüsse, wie z.B. Temperaturschwankungen
und mechanische Beanspruchung nicht beschädigt werden.
Kabelseele
Zum erhöhen der mechanischen Stabilität eines
LWL-Kabels mit Hohl- oder Bündeladern werden diese um ein Zentralelement
als Kern des Kabels verseilt, wobei das Zentralelement sowohl zur Stützung
(Knickschutz) als auch zur Zugentlastung dienen kann. Hauptsächlich durch dieses
Verseilen erhalten die LWL in den einzelnen Adern einen definierten Freiraum, in dem Zug-,
Stauch-, Quetsch- und selbstverständlich Biegebeanspruchungen im
spezifizierten Rahmen keinen Einfluss auf die Übertragungseigenschaften haben. Neben
Einzel- und Bündeladern in Hohlader, Vollader, Kompaktader oder als Bändchenkonstruktion
können zusätzlich auch Bindelemente, d.h. Adern ohne LWL oder reine
Plastikelemente, sowie Kupferadern als Paar oder Vierer mitverseilt werden. Die Gesamtheit
dieser im Kabel vorhandenen Verseilelemente zusammen mit den Stütz- und
Zugelementen und der gegebenenfalls über all diesen Elementen liegenden Bewicklung wird Kabelseele
genannt.
Verseilung
In der LWL-Kabeltechnik wird hauptsächlich die Lagenverseilung
angewendet. Hierbei sind die Verseilelemente konzentrisch in einer oder mehreren Lagen um
ein Zentralelement angeordnet. Sind die Verseilelemente Einzelelemente wie z.B.
LWL-Adern, LWL-Bündchenadern, Kupferadern oder Blindelemente, dann spricht man von LWL-Lagenkabel ;
besteht dagegen die Seele aus Bündeln aus verseilten Elementen, so spricht man von einem
LWL-Bündchenkabel.
Im oberen Fernnetz der Fernmeldeverwaltungen wird hauptsächlich das
Lagenkabel mit Bündeladern eingesetzt (siehe Bilder unten). Im Ortsnetz werden sowohl
lagenverseilte
Kabel als auch die Bündelkabel-Konstruktion benutzt ; denn die
Packungsdichte lässt sich beim Bündelkabel erheblich steigern.

Verwendung
Anwendung |
2 Fasern |
4 Fasern |
| ATM
|
X
|
|
|
FDDI-Backbone
|
|
X
|
|
Ethernet
|
X
|
|
| Token
Ring
|
X
|
|
|
Sprache / ISDN |
X
|
|
|
geschützt
in Erde |
ungeschützt
in Erde |
Freiluft-
Verlegung |
Hohlader ohne Nagetierschutz
|
1 |
3 |
1
|
| Hohlader mit
Magetierschutz, nicht metallisch |
1 |
2 |
2 |
| Hohlader mit Nagetierschutz, metallisch |
1 |
1 |
3 |
|
1-gut
2-mittel 3-schlecht
|
Multimodefasern mit Stufenprofil (Stufenindex-Profilfaser) besitzen
einen relativ großen Kern, in dem sich viele Moden ausbreiten. Der Brechungsindex ist im
Kern konstant und stufenförmig gegenüber dem Mantel erhöht. Mit unterschiedlichem
Winkel zur Achse breiten sich die Strahlen (Moden) aus. Durch die unterschiedlich langen
Zick-Zack-Wege haben die Strahlen unterschiedliche Laufzeiten (Modendispersion). LWL mit
einer Stufenindexfaser eignen sich für kleine Übertragungsbandbreiten (bis 100 MHz) und
für Entfernungen bis maximal einen Kilometer. Der typische Kerndurchmesser beträgt bei
dieser Faser 100 µm, 120 µm oder 400 µm, mit einer Bandbreite von weniger als 100 MHz x
km und einer Dämpfung von ca. 6 dB/km.
Multimodefasern mit Gradientenprofil (Gradientenindex-Profilfaser)
besitzen einen kleinen Kern (meist 50 µm, 62,5 µm, 85 µm, oder 100 µm), in dem sich
auch viele Moden ausbreiten. Der Brechungsindex ist parabolisch von der Kernmitte zum
Mantel abfallend. Dadurch wird ein Laufzeitausgleich der Strahlen erreicht. Die Strahlen
werden nach außen allmählich gebogen und kehren zur Mitte des Kerns zurück. Die
Modendispersion ist aufgrund dieses Verfahrens wesentlich geringer als bei der
Stufenindexfaser, und die Strahlen erreichen bei genau richtigem Indexprofil trotz
unterschiedlicher Weglänge zum gleichen Zeitpunkt das andere Ende des LWL. Die
Dämpfungswerte liegen bei ca. 3 dB/km (LED 850 nm), wodurch eine repeaterlose
Übertragung von bis zu 10 km möglich ist. Die Bandbreite liegt hier wegen der besseren
Unterdrückung der Modendispersion teilweise bei > 1 GHz x km. Die Faser ist bei LANs
die Standardfaser.
Singlemodefasern mit Stufenindexprofil (Einmodefaser) verfügen
über einen sehr kleinen Kern (ca. 2 - 10 µm) und sind dadurch in ihrer Herstellung,
Verlegung und Anschließung am aufwendigsten. Diese Fasern arbeiten nur mit einer Mode,
dadurch gibt es auch fast keine Modendispersion (0,1 ns/km) und nur eine sehr geringe
optische Signaldämpfung (0,1 dB/km LED 1300 nm). Dieser LWL eignet sich für hohe
Übertragungsbandbreiten (Bandbreite von > 10 GHz x km) und ohne den Einsatz eines
Repeaters für Entfernungen von über 50 Kilometer.
| LWL-Type (Indexprofil) |
typische Eigenschaften der
LWL-Typen |
| Stufenindexfaser |
- für kurze Strecken bis zu ca. 1 km
- für Bandbreiten bis maximal 100 MHz/km
- mittelhohe Dämpfung ca. 5 - 6 dB/km bei 850 nm
- große Signallaufzeitunterschiede
- starke Impulsverbreitung
|
| Gradientenindexfaser |
- für mittlere Strecken bis zu ca. 27 km
- für Bandbreiten bis maximal 1 GHz/km
- kleine Dämpfung ca. 2,5 - 3,5 dB/km bei 850 nm
- kleine Signallaufzeitunterschiede
- geringe Impulsverbreitung
|
| Monomodefaser |
- für lange Strecken bis zu ca. 60 km
- für Bandbreiten bis zu 10 GHz/km
- sehr geringe Dämpfung ca. 0,36 dB/km bei 1300 nm
- keine Signallaufzeitunterschiede
- keine Impulsverbreitung
|
|