Op. Übertragung

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Optische Freiraumübertragung

Außer der Richtfunktechnik, die es ermöglicht mittel elektromagnetischen Wellen, respektive Mikrowellen, Informationen zu übertragen ist in letzter Zeit eine Methode der Datenübermittlung entstanden die zur bekannten Funktechnik parallelen aufweist: Die Technik der optischen Freiraumübertragung.

Heutige Systeme im Bereich der Lichtwellenleitertechnik ermöglichen Übertragungsgeschwindigkeiten in der Größenordnung von mehreren Gigabit pro Sekunde (vergleiche WDM & DWDM-Technik). Im optischen Frequenzbereich können gegenwärtig alle Forderungen an die Breitbandübertragungstechnik erfüllt werden. Wo immer heute große Datenmenge schnell transportiert werden müssen ist die Technik der Informationsübermittlung mittels Laser nicht mehr wegzudenken.

Wo im Bereich des Richtfunks mittels Trägerfrequenzen Daten im Gigahertzbereich durch den freien Raum übermittelt werden ist dies auch durch Licht als Träger möglich. Die Übertragung durch den freien Raum ist also ebenfalls optisch zu bewerkstelligen. Der wesentliche Vorteil der optischen Freiraumübertragung besteht darin, daß die Frequenzen aufgrund der Höhe der Trägerfrequenz, im Gegenteil zur Richtfunktechnik, sozusagen unbegrenzt zur Verfügung stehen. Allerdings gelten für die optische Freiraumübertragung ähnliche Gesetze wie für die Funkübertragung.

Die wesentlichen Problematiken bestehen in der Behinderung des Lichtes durch die Atmosphäre, welche die Datenübermittlung bei derartigen optischen Systemen noch stärker behindert als wir dies vom Gebiet des Richtfunks her kennen. Es zählen hier vor allem fünf Faktoren:

  • Intensitätsmodulation des Lichtstrahls durch Turbulenzen
  • Streuung an den Molekülen von diversen Gasen und Aerosolen
  • Schnee, Regen, Dunst u.s.w.
  • Ablenkung beziehungsweise Auslenkung des optischen Strahls durch den Brechungsindexgradient der Luft respektive der Atmosphäre
  • Unterbrechung des Strahls durch nicht oder nur schwer kalkulierbare Faktoren wie Vogelflug oder ähnliche bewegliche Hindernisse

Die obengenannten Faktoren sind absolut Naturgegeben und es ist Grundsätzlich nicht möglich diese zu vermeiden. Für die geometrische Grunddämpfung des Signals ist die Strahldivergenz und die Empfangsfläche wesentlich. Weiterhin müssen bei der Aufstellung und Positionierung Schwankungen des Senders und Empfängers unter Windlast berücksichtigt werden.

In Abhängigkeit der Streckenlänge ergeben sich bei 'normaldimensionierten' Systemen etwa folgende Grunddämpfungen:

Streckenlänge Dämpfung
50m 8 dB
100m 15dB
200m 20dB
400m 25dB
800m 32 dB
1600m 38-39dB

Bei kurzen Übertragungsstrecken bis zu einigen 100 Metern besteht bei geeigneten Einstrahlgeräten eine Übertragungssicherheit die im Jahresdurchschnitt etwa bei 99% liegt. Diese Sicherheit reicht für Übertragungen von speichergestützten Informationen völlig aus. Eher ungeeignet sind diese Systeme bei der Übertragung von Informationen wie Sprache und Bildern bei denen sich ein Zeitversatz direkt auf die Qualität auswirken würde. Große Bedeutung hat die optische Freiraumübertragung schon heute durch den Datenaustausch zwischen Rechnern mit Sendern im Infrarotbereich erlangt.

Das Prinzip der Übertragung ist eine Kombination der Lichtwellenleitertechnik und der Funkübertragung durch den freien Raum.

Das digital in seiner Intensität modulierte optische Signal wird der Sendeoptik zugeführt. Die Trennung der Optik von der Elektronik erfolgt hierbei durch den Lichtwellenleiter der bis zur Optik das Signal transportiert. Auf der Empfangsseite befindet sich nach dem Brennpunkt der Optik ebenfalls ein Lichtwellenleiter mit dem die Strahlung nach ihrer Filterung der Elektronik respektive dem opto-elektrischen Wandler zugeführt wird.

 

DÄMPFUNG DURCH DIE ATMOSPHÄRE

Hauptgrund für die Dämpfung der Atmosphäre sind die in ihr enthaltenen Gase deren Moleküle die Energie der Strahlungsquanten absorbieren. Für die in der Atmosphäre enthaltenen Gase gibt es deshalb charakteristische Wellenbereiche in denen eine solche molekulare Absorption auftritt. Im Bereich von 0.5mm bis 15mm Wellenlänge stellen die Gase die wichtigste Komponente der Dämpfung dar. Im infraroten Bereich ist es vor allem Wasserdampf der die Absorption bewirkt.

DÄMPFUNG DURCH AEROSOLE

Nebel und Wasserdampf können die optische Freiraumübertragung entscheidend beeinflussen, weil das gesendete Licht von den Wassertropfen gebrochen wird. Wie bei der Planung von Richtfunkstrecken muß man hier die meteorologischen Gegebenheiten einbeziehen. Für die Übertragungssicherheit ist die statistische Nebelhäufigkeit und die allgemeine Sichtweite zu berücksichtigen.

DÄMPFUNG DURCH LUFTSCHICHTEN

Mit unterschiedlichen Luftschichten, Regen und Schnee ändert sich der Brechungsindex der Luft. Veränderungen und Turbulenzen führen hier zu Abweichungen der Strahlfokussierung, Streuparameter und der Auslenkung des Strahls. Ebenfalls spielen Komponenten wie direkter Sonneneinfall in Sender und Empfänger sowie, wie schon vorher erwähnt, die Windgeschwindigkeiten eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Ebenfalls relevant ist die Art des Untergrundes auf den die Apparate positioniert werden und die Höhe der Geräte. Asphalt heizt sich bei Sonneneinstrahlung relativ stark auf und gibt die Wärme noch mehrere Meter über Boden wieder ab. Die Temperaturunterschiede die dadurch in der Luft resultieren wirken sich nachhaltig auf die Sende- und Empfangsoptik aus.

ÜBERTRAGUNGSSICHERHEIT

Langsamen statischen Änderungen der Strecke kann durch einen großen Dynamikbereich des Empfängers entgegengewirkt werden. Die Sendeleistung kann der Länge der Übertragungsstrecke angeglichen werden. Die dynamische Anpassung erfolgt hier mittels eines mitgeführten Pilotsignals. Kompensationen der durch die Atmosphäre entstehenden Dämpfung und Störung können bei optischen Systemen mittels einer Übertragungstechnik ähnlich den Diversity-Systemen gelöst werden. Mehrere LED- oder Lasersender werden parallel geschaltet und die Strahlen äquivalent moduliert. Das Empfangssignal wird von mehreren nebeneinander platzierten Optiken aufgenommen und nach optischer Addition werden größere Intensitäten des Signals sowie eine Verringerung der Störungen erreicht. Diese Mehrstrahleinrichtungen erreichen große Übertragungssicherheit.

BESTEHENDE SYSTEME

Für den Einsatz solcher Systeme bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Einziger Nachteil ist die Beschränkung der Streckenlänge die heute bei ca. 5 km liegt.

Einstrahlelemente bieten sich vor allem in den Bereichen an, in denen kurze Ausfallzeiten in Kauf genommen werden können, wie zu Beispiel in der zeitunabhängigen Datenübertragung wobei die Endsysteme (DEE) über ausreichende Fehlerkompensationsmechanismen verfügen. Die Systeme können die Leistungsabstrahlung der Güte der Übertragungsstrecke anpassen. Leider liegt der Dynamikumfang 'nur' bei etwa 25 dB.

Die Zukunft der optischen Mehrstrahlsysteme liegt vor allem bei der Echtzeitübertragung von Daten. Sie sind in allgemeinen auch dann noch Betriebssicher, wenn zu schlechte Witterungen für Einkanalsysteme herrschen.

Die Anzahl der Fehlerbursts lässt sich bei Mehrkanalsystemen entscheidend minimieren. Alle Systeme sind modular aufgebaut wobei entsprechend flexible Lösungen für den Kunden geboten werden. Ebenfalls ermöglichen modulare Systeme natürlich, defekte Karten auf einem einfachen Weg zu ersetzten was eine schnelle Fehlerbehebung ermöglicht.

NACHTEILE

Neben den Vorteilen bestehen auch Beschränkungen der Systeme die insbesondere folgende sind:
Die Hauptanwendung der Systeme besteht im Kurzstreckenbereich bis etwa 2-3 km.
Weiter ist die Übertragungssicherheit kleiner als bei Kabelverbindungen und es ist natürlich eine Sichtverbindung zwischen den Systemen bzw. den Repeatern der Systeme notwendig.

 

ANWENDUNGEN

Optische Freiraumübertragungssysteme heben ihren Einsatzschwerpunkt bei der LAN- Kopplung, beispielsweise zwischen benachbarten Gebäuden. Ihre Vorteile sind eine schnelle Installationsmöglichkeit mit optischen LWL-Schnittstellen zum Netz sowie hohe Datenübertragungsraten bis zu 622 Gbit/s.

 

Weiterhin besteht keine Restriktion bezüglich der Frequenzbandnutzung. Eine Anbindung an eine Überwachungseinheit erfolgt in einfachsten Fall mittels einer Schnittstelle an einen PC welcher mit entsprechender Software die Überwachung des Übertragungssystems realisiert. Eine solche Einheit bietet den Anwender die Möglichkeit, jederzeit klare Aussagen über die Streckensicherheit und Stabilität des Systems zu treffen. Besonders bei der Übertragung von Sprachkanälen ist das von Vorteil, während eine solche Überwachung bei einem System in dem TCP/IP unterstützte Daten übertragen werden nicht besonders sinnvoll erscheint

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KOPPLUNGSMÖGLICHKEITEN

 

BILDER VON SYSTEMEN IM EINSATZ

Systeme der Firma CBL GmbH · Darmstädter Straße 81 · 64839 Münster

 

optfrepics.jpg (90255 Byte)

 

Literaturverzeichnis
[1] Kube, E.:
LAN-Kopplung über optische Freiraum-Übertragungssysteme
NET 49(1995), Heft 5, S. 15 ... 18

[2] Taylor, J.H., Yates, H.W.:
Atmospheric transmission in the infrared
J.O.A.S. 47(1957), S. 223

[3] Kube, E.: Nachrichtenübertragung mit Lichtstrahlen in der Atmosphäre
Nachrichtentechnik 19 (1969),H.6, S. 201 ... 207

 

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Vielen Dank an   Roland   ww.2cool4u.ch   , der  Texte und Bilder zur Verfügung gestellt hat !


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