Funktionsprinzip der Satellitenübertragung
Optimal
positionierte Transponder stehen in großer Höhe. Die höchsten befinden
sich auf Satelliten im Weltraum, die die Erde pro Tag genau einmal umkreisen und damit
quasistationär auf über der Erde stehen. Die geostationäre Umlaufbahn
ergibt sich bei einem Abstand von genau 35620 km zwischen Satellit und Erdoberfläche,
optimale Positionen über dem Äquator sind allerdings nur beschränkt verfügbar (siehe
Bild.1).
Bild.1

Anwendung von
Satelliten
Satelliten wurden ursprünglich zur telekommunikativen Überbrückung
größter (interkontinentaler) Strecken eingesetzt. 1964 gründeten elf Signatarstaaten die Intercontinental
Telecommunication Satellite Organisation (INTELSAT). 1989 gab es bereits 117
Mitgliedsländer. Aufgabe von Intelsat ist es, für die Mitglieder Fernmeldeverbindungen
für alle Dienste bereitzustellen, von Sprache über Daten bis Video, sowohl für
weltweite interstaatliche Verbindungen als auch für die intrastaatliche Versorgung.
Inzwischen gibt es mehr als 200 Erdstationen in den Mitgliedsstaaten, die über etwa 20
geostationäre Satelliten kommunizieren können. Das Gegenstück dazu ist, für den
Mobilfunk, Inmarsat (international Maritime Satellite Organisation), 1980
gegründet. Diese Organisation ist für die Kommunikation zwischen Schiffen, Flugzeugen
und mobilen Landstationen zuständig.
Mit wachsender Wirtschaftlichkeit der Satellitenkommunikation entstanden neben den
globalen auch regionale und nationale Systeme. Ein Beispiel für die regionale Versorgung
ist EUTELSAT (European Telecommunication Satellite Organisation). Die 26 in
der CEPT (Conferece Europeane des Administrations des Postes et Telecommunications)
zusammengeschlossenen europäischen Postverwaltungen haben diese Organisation 1977 ins
Leben gerufen. Eutelsat betreibt das Satellitensystem ECS (European Communication
Satellite) und verfügt derzeit über diverse Satelliten im Orbit. ECS soll einen
großen Teil des innereuropäischen Fernmeldeverkehrs bei Entfernungen über 800 km
übernehmen. Ferner stellt ECS Fernsehübertragungskanäle für Eurovisionssendungen
bereit und verteilt Fernsehprogramme insbesondere an Kabelnetze. Spezielle
Satellitentransponder sind für SMS-Dienste (Satellite Multiservice System)
vorgesehen. SMS stellt digitale Verbindungen mit Bitraten zwischen 64 kbit/s und 2
Mbit/s
zur Verfügung, anwendbar im öffentlichen Netz oder in Privatnetzen für Verbindung von
Rechnern untereinander, Audio- Videokonferenzen, schnelle Bildübertragung,
Nachrichtenaustausch innerhalb von Grossbetrieben, Nachrichtenagenturen u.s.w.
Nationalen Satelliteneinsatz für ausgedehnte Länder gibt es schon seit langem. Zum
Beispiel Russland 1965, Kanada 1972, USA 1974. Im Juni 1989 wurde der erste Deutsche
Fernmeldesatellit (DFS) "Kopernikus" in den Orbit geschossen. Er verfügt über
11 Transponder mit je 90 bzw. 44 MHz Bandbreite und dient unter anderem der
flächendeckenden digitalen Kommunikation im ISDN, der Bereitstellung digitaler
Sprechkanäle zwischen der Erdstation Usingen und Westberlin sowie der Verteilung von
(analogen) Fernsehprogrammen für Kabelfernsehsysteme und Heimantennen.
Speziell den Verteilern von Fernsehprogrammen für Direktempfang dienen
leistungsstarke nationale TV-SAT Systeme. Der Empfang erfolgt über Heimantennen mit ca.
0.6 m bis (für höhere Ansprüche) 1.8 m Durchmesser. In der WARC (World
Administrative Radio Conference) in Genf 1977 wurden Satellitenpositionen und
Frequenzbänder für diese Art von Satellitenfernsehen vereinbart. Die Kontinente Europa
und Afrika wurden zur Region 1 zusammengefasst, nutzbar sind Frequenzbänder im Bereich
11.7 bis 12.5 GHz.
Der Abstand der Satelliten, die gleiche Kanäle belegen, muss mindestens 6 Längengrade
betragen, damit keine Empfangsstörungen bei den auf eine bestimmte Position
ausgerichteten Antennen auftreten.
Fernmelde- und
Direktsatelliten
Man unterscheidet im Allgemeinen Fernmelde- und Direktsatelliten. Erstere
sind für Punktuelle Weitverbindungen konzipiert und bestrahlen kleine Flächen mit
relativ geringer Leistung. Mit aufwendigen Geräten werden die Signale empfangen und
terrestrisch weiterverteilt. Derartige Satellitenkanäle werden unter anderem zur
Programmzuspielung zwischen Sendeanstalten benutzt. Direktstrahlende Satelliten (DBS,
Direct Broadcast Satellite) sind dagegen für die Distribution (Verteilung) und den
Empfang mit einfachen Geräten bestimmt. Sie bestrahlen große Gebiete mit hoher Leistung.
Für Mitteleuropa zum Beispiel werden die für den Direktempfang wichtigsten
Satelliten, Astra 1A bis 1E, von einer luxemburgischen Firma betrieben.
Auf jedem Astra Satelliten stehen bei einem Kanalraster von 27 MHz etwa 17 Kanäle zur
Verfügung.
Nutzung der
Transponder
Um mit einem Transponder möglichst viele Fernsehkanäle übertragen zu können, werden
die einzelnen Trägerfrequenzen doppelt genutzt, indem man die Trägerwellen mit
unterschiedlichen Polarisationsrichtungen abstrahlt. Stehen die Polarisationsvektoren
senkrecht aufeinander, also Horizontal/Vertikal beziehungsweise rechts- oder
linkszirkular, so lassen sich die Kanäle eindeutig trennen (siehe Bild.3).
Bild.3

Leistung und
Frequenzbereich
Die zu übertragenden Signale werden von der Erdfunkstelle mit relativ
großer Leistung
(ca. 500 Watt) und hoher Richtwirkung (Antennengewinn ca. 63 dB) zum Satellitentransponder
gestrahlt, wobei der Frequenzbereich 13...19 GHz genutzt wird.
Direktstrahlende Satellitentransponder (also der Satellit selbst) strahlen das Signal
mit einer geringen Sendeleistung von ca. 40 Watt (Medium Power) im Frequenzbereich
10.7...12.75 GHz wieder ab, die Energieversorgung geschieht mit Hilfe von Solarzellen. Das
Signal wird Frequenzmoduliert (siehe Kapitel Frequenzmodulation) mit 8.5 MHz Hub und einer
Gesamtbandbreite von 27 MHz pro Kanal abgestrahlt, es können auch Transponderkanäle mit
höheren Bandbreiten (32...72 MHz) zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der hohen
Bandbreite und der durch FM gegenüber der Amplitudenmodulation vergrößerten
Störsicherheit kann die Sendeleistung der Transponder auf 1/10 der AM-Sendeleistung
gesenkt werden.
Über die Sendeantennen auf den Satellit wird festgelegt, welche Bereiche auf der Erde
in welcher Form bestrahlt werden. Durch die Antenne wird also der sogenannte Footprint
bzw. die Ausleuchtzone des Satelliten bestimmt (siehe Bild.4)
Bild.4

Dämpfung durch die
Erdatmosphäre
Obwohl die Sendefrequenz von ca. 12 GHz so gewählt wurde, dass die Dämpfung der Welle
durch die Erdatmosphäre ein Minimum hat, muss bei Satellitenverbindungen mit einer
Gesamtübertragungsdämpfung von mehr als 110 dB gerechnet werden. Die Empfangsstärke des
Feldes auf der Erde ist dementsprechend gering, zum Ausgleich müssen die Empfänger mit
hochwertigen Antennen ausgestattet sein. Um eine gute Signalqualität zu erzielen, muss
(wie beim Richtfunk) eine quasi Sichtverbindung zum Satelliten bestehen. Eine
Signaldämpfung durch Wände, Häuser usw. macht den Empfang unmöglich.
Art der Antennen
Für den Empfang werden Reflektorantennen verwendet, die nach dem Prinzip
des Hohlspiegels arbeiten (Bild.5).
Bild.5

Im Brennpunkt des Hohlspiegels befindet sich die Antenne. Bei
großen Spiegeldurchmessern ergibt sich eine hohe reflektierte Intensität und damit eine hohe
Signalqualität. Moderne Direktempfangssatelliten (ASTRA) sind so konzipiert, dass bei
mittleren Qualitätsansprüchen ein Empfangsspiegeldurchmesser von 60 cm ausreichend ist.
Kleinere Spiegel sind natürlich handlicher als große und haben den Vorteil, dass sie
nicht so genau auf den Satelliten ausgerichtet werden brauchen, da ihr Öffnungswinkel
größer ist (vergleiche auch Kapitel Kenngössen von Richtantennen).
LNB und LNC
Direkt an der Empfangsantenne ist in der sogenannten Outdoor-Unit ein Low-Noise-Converter
(LNC, LNB) angebracht. Mit Hilfe des LNB wird eine besonders Rauscharme Umsetzung des
Signals in den UHF-Bereich (ca. 1 GHz) vorgenommen, da eine leitungsgebundene Übertragung
das 12 GHz-Signal zu stark dämpfen würde. In einer Indoor-Unit wird dann das Signal auf
eine zweite Zwischenfrequenz umgesetzt, Frequenzdemoduliert und entweder direkt dem
Videoeingang des Fernsehempfängers (z.B. über SCART-Buchse) oder dem Antenneneingang des
Empfängers (wieder moduliert) zugeführt (siehe Bild.6).
Bild.6

Einsatzbereich
Satellitenübertragung ist flexibel, sie eignet sich wegen der
großen zur Verfügung
stehenden Bandbreite auch für die Übertragung von Digitalsignalen oder Digitaldaten.
Die Satelliten ermöglichen auch eine besonders schnelle Berichterstattung, sie werden
für das Satellite News Gathering (SNG) eingesetzt. Dazu mieten sich die Rundfunkstationen
für die Dauer eines Beitrags einen Kanal eines Fernsehsatelliten, fahren mit einer
mobilen Sendeeinheit an den Schauplatz, von den aus berichtet werden soll und nutzen die
Satellitenstrecke zur Zuspielung an ihr Funkhaus oder an mehrere Rundfunkanstalten
(Point-to-Multipoint). Die mobilen Einheiten sind inzwischen so flexibel, dass sie bereits
innerhalb einer halben Stunde eingesetzt werden können.
Subsysteme der Satellitenübertragung
Das Satellitensystem
Der Satellit muss zuerst in eine geostationäre Bahn in definierter
Orbitposition gebracht werden. Gemäss Bild.7 wird der Satellit von der erdnahem
Umlaufbahn, von der Trägerrakete dahingebracht, in mehreren Stufen mit dem eigenen
Triebwerk zur Endposition gesteuert.
Bild.7

Kommunikationssatelliten im geostationären Orbit haben eine Lebensdauer von ca. 10
Jahren. Der nötige Treibstoff zum Nachsteuern des Satelliten in seiner Position und
Ausrichtung ist der begrenzende Faktor der Lebenszeit eines Satelliten.
Ist nach einigen Wochen der Satellit in seiner Endposition, so wird seine Nutzlast
(Payload), also die elektronischen Geräte und Sender, in Betrieb genommen. Die Antennen
werden je nach den Bedürfnissen des Betreibers ausgerichtet und die Ausrichtung des
Satelliten wird fortan in den drei Achsen ständig kontrolliert, so dass die
Ausrichtgenauigkeit innerhalb von 0.1° gehalten wird. Gemäss Bild.8 bestehen die
heutigen Satelliten aus den gleichen wesentlichen Komponenten.
Bild.8

Vom Äußerlichen her unterscheidet man zwischen zwei Typen :
- Die Satelliten mit den Solarzellen um den Körper, die durch ihre eigene Drehung (Spinstabilisiert)
stabilisiert sind und
- die Satelliten mit ausgebreitetem
Solarpanel, die dreiachsenstabilisiert
sind.
Aufbau eines
Satelliten

1) Satelliten führen mehrere Antennen mit, gegebenenfalls für die verschiedenen
Frequenzbänder, aber jedenfalls für die unterschiedlichen Beams zur Erde,
die zu den spezifischen Ausleuchtzonen (Footprints) führen. Bei 1°
Öffnungswinkel hat die Ausleuchtzone einen Durchmesser von 680 km.
2) Da die Sonnenkollektoren alleine nicht für eine Stromversorgung genügen, sind
Pufferbatterien erforderlich.
3) Die Treibstofftanks und die zugehörige Steuerung der Triebwerke werden von der
Erdstation gesteuert.
EUTELSAT & INTELSAT Positionen

Diverse Footprints (EUTELSAT, INTELSAT)



IS-605 at 332.5°E

IS-603 at 335.5°E

Verschiedenes
Wie kommt man an aktuelle gültige Informationen?
Internet :
http://satcodx.com/
http://www.panamsat.com/
http://www.eutelsat.com/
http://www.intelsat.com/
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